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Zahlungsdienstleister Rapyd holt Kreditkarten auf die Plattform

Finanzberater halten das Geschäftsmodell des britischen Fintechs weder für neu, noch für einzigartig. Doch es wächst weiter: Gerade hat das Unternehmen Kartenzahlungen auf seiner Plattform implementiert.

Der Online-Handel boomt, Rapyd will davon profitieren (Symbolbild) | Foto: picture alliance / dpa Themendienst

Aufsehen hat Rapyd zuletzt mit der Ankündigung erregt, am Finanzplatz Deutschland ein Kreditinstitut übernehmen zu wollen. "Im vergangenen Jahr haben wir geprüft, eine deutsche Bank zu kaufen – und wir sehen uns noch immer nach einer Kaufgelegenheit um", zitierte das Handelsblatt im Juli Rapyd-Chef Arik Shtilman. Damit war die Branche auf alles gefasst und darüber informiert: Rapyd, lange Zeit wichtigster Wirecard-Konkurrent, verfolgt von London aus tatsächlich sehr ambitionierte Pläne.

Vorerst bleibt aber wohl erstmal alles beim business as usual: Das Unternehmen entwickelt sein Geschäftsmodell weiter, will weitere Kunden gewinnen, weiter wachsen - europaweit.

Next step: Kreditkarten im E-Commerce

Auf der Plattform des Unternehmens werden neuerdings auch Kreditkarten erfasst. Damit hat Rapyd nach eigenen Angaben das umfangreichste Angebot an Zahlungskanälen für Onlinehändler, darunter Kreditkarten, E-Wallets und Banküberweisungen.

Die Plattform bündelt rund 900 Bezahllösungen aus hundert Ländern. Wollen Händler ins Ausland expandieren, müssen sie keine eigenen Verträge mit lokalen Zahlungsdienstleistern abschließen, um Neukunden den gewohnten Zahlungsweg bieten zu können. Sie benötigen lediglich einen Vertrag mit Rapyd. "Das Unternehmen ist eine Art One-Stop-Shop für Bezahllösungen", erklärt Hugo Godschalk, Chef der Frankfurter Unternehmensberatung Paysys, die auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr spezialisiert ist.

Die Shopping- und Zahlungsvorlieben der Verbraucher entwickeln sich rasant weiter. Händler müssen den Verlust der Ladengeschäfte kompensieren, indem sie schnell in globale Märkte expandieren.

Sarel Tal, Vizechef, Rapyd

Ohne ein Standbein im Online-Handel können Händler heute nicht mehr erfolgreich sein, ist Rapyd-Vizechef Sarel Tal überzeugt. "Die Shopping- und Zahlungsvorlieben der Verbraucher entwickeln sich rasant weiter. Händler müssen den Verlust der Ladengeschäfte kompensieren, indem sie schnell in globale Märkte expandieren", sagt er.

Das Geschäftsmodell von Rapyd ist weder neu noch einzigartig.

Hugo Godschalk, Geschäftsführer, Paysys Consultancy

Auch andere Unternehmen wollen sich die grenzüberschreitende Expansion im Handel zunutze machen. "Das Geschäftsmodell von Rapyd ist weder neu noch einzigartig", sagt Godschalk. Europaweit bieten rund 350 Unternehmen ähnliche Dienstleistungen an, schätzt er.

Auch Wirecard war in diesem Bereich aktiv – ein Grund, warum Rapyd kürzlich Interesse an Teilen des insolventen Skandalunternehmens bekundete. Seit einiger Zeit lizenzierten nationale Aufsichtsbehörden immer mehr Zahlungsdienstleister, die sich wie das britische Fintech dem Acquiring verschrieben haben, sagt der Paysys-Chef. "Der Wettbewerbsdruck steigt. Früher oder später wird es eine Konsolidierungswelle geben."

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