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Otto baut eigenen Zahlungsdienstleister auf

Externe Dienstleister sollen abgelöst werden. Rund hundert Mitarbeiter arbeiten bereits an dem Projekt, das im Frühjahr 2022 live gehen soll, so Otto-Vorstand Opelt im Interview mit dem Handelsblatt.

Vorsitzender des Bereichsvorstands von Otto, Marc Opelt | Foto: picture alliance / Axel Heimken/dpa

Von Alipay gelernt: Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group setzt auf die Zahlungsabwicklung im eigenen Haus. "Unser Ziel ist es, die Funktionen und die Zahlungsflüsse für unsere Endkunden und für die Handelspartner möglichst einfach und reibungslos zu gestalten", sagte Otto-Vorstand Marc Opelt im Interview mit Handelsblatt am Dienstag (1. September).

Wir wollen die volle Hoheit darüber bekommen, welche Services angeboten werden und wie sie gestaltet sind.

Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands OTTO

Externe Zahlungsdienstleister sollen abgelöst werden. "Wir wollen die volle Hoheit darüber bekommen, welche Services angeboten werden und wie sie gestaltet sind", ergänzt Opelt.

BaFin Lizenz erforderlich

Dafür benötigt Otto eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). "Mit einem offiziellen ,Go live‘ rechnen wir vorbehaltlich der BaFin-Zustimmung im Frühjahr 2022", sagt Opelt. Ab dann soll der eigene Zahlungsdienstleister die gesamte Zahlungsabwicklung zwischen Endkunden, Marktplatz und Händlern auf otto.de übernehmen. Bisher übernehmen verschiedene externe Zahlungsdienstleister diese Funktion auf Otto.de. Den eigenen Zahlungsdienst, wie AliPay auch externen Plattformen anzubieten, sei vorerst nicht geplant. 

Unser Ziel ist es nicht, ein eigenes Zahlungsmittel für externe Plattformen anzubieten.

Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands OTTO

"Unser Ziel ist es nicht, ein eigenes Zahlungsmittel für externe Plattformen anzubieten", so Opelt. Einen Zahlungsdienst "Otto-Pay" wird es also erst mal nicht geben.

Weiterer Personalaufbau geplant

In der eigenen Payment-Gesellschaft sollen nach Aussage von Opelt bis zu 150 Beschäftigte arbeiten, Stellenausschreibungen für 20 bis 40 Spezialisten seien in unmittelbarer Vorbereitung.

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