Bundesbank dünnt Filialnetz aus - 400 Beschäftigte betroffen

2028 soll es mit den Schließungen losgehen. Kündigungen werde es nicht geben, beteuert die Zentralbank.
Bundesbankchef Joachim Nagel auf einer Pressekonferenz im Frühjahr. | Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold
Bundesbankchef Joachim Nagel auf einer Pressekonferenz im Frühjahr. | Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold
dpa

Die Deutsche Bundesbank schließt in den nächsten Jahren acht ihrer 31 Filialen. Zugleich soll an den Standorten Frankfurt, Hannover, Köln und Stuttgart an ”logistisch günstigen Standorten” neu gebaut werden, wie die Notenbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Von den geplanten Schließungen, die 2028 beginnen sollen, sind nach Angaben der Bundesbank nach heutigem Stand 400 Beschäftigte betroffen. Aufgrund der Altersstruktur in den Filialen geht die Notenbank davon aus, dass die Zahl letztlich deutlich niedriger liegen wird. Betriebsbedingte Kündigungen im Zuge der Umstrukturierung schloss die Bundesbank ausdrücklich aus.

2028 will die Bundesbank zunächst ihre Standorte Ludwigshafen, Osnabrück und Ulm aufgeben. In den Jahren 2034 bis 2039 werden dann die Filialen Augsburg, Freiburg, Koblenz, Reutlingen und Würzburg dichtgemacht.

Bundesbank will hohe Sanierungskosten vermeiden

”Ein wesentlicher Grund für die Neuaufstellung ist neben der geringeren Auslastung einzelner Standorte die Sanierungsbedürftigkeit vieler Filialgebäude der Bundesbank, für die in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erforderlich wären”, erläuterte die Bundesbank.

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz versicherte: ”Die Bundesbank erhält die Präsenz in den Regionen als Grundpfeiler für die Bargeldversorgung ihrer Geschäftspartner, also der Kreditinstitute, des Handels und der Wertdienstleister.”

Filialnetz schon deutlich geschrumpft

Die Notenbank hatte bereits in der Vergangenheit ihr Filialnetz deutlich verkleinert, weil sie mit der Euro-Einführung viele Aufgaben an die Europäische Zentralbank (EZB) abgegeben hatte.

Die Bundesbankfilialen sind vor allem für die Bargeldbearbeitung zuständig, die inzwischen stark automatisiert abläuft. Die Filialen versorgen Banken und Einzelhändler mit Bargeld, nehmen Münzen und Scheine entgegen und überprüfen diese auf Fälschungen und Schäden. Verbraucher können in den Filialen zudem unbefristet D-Mark-Banknoten und -Münzen in Euro umtauschen.

Im Jahr 2002 zählte die Notenbank noch mehr als 14.300 Vollzeitbeschäftigte an bundesweit 118 Standorten. Ende vergangenen Jahres waren es 10.255 Vollzeitbeschäftigte, die sich auf die Zentrale in Frankfurt, neun Hauptverwaltungen und 31 Filialen verteilten.

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