Chef-Bankenaufseher fordert mehr Kompetenzen

Kaum im Amt, fordert Stefan Walter, der Direktor der Schweizer Finma, auf Krisen und Engpässe flexibler reagieren können. Sein Vorbild: die Fed und die EZB.
Stefan Walter ist seit April Finma-Chef. | Foto: Finma
Stefan Walter ist seit April Finma-Chef. | Foto: Finma

Der oberste Schweizer Bankenaufseher hat seine Forderung nach mehr Kompetenzen für die Finanzmarktaufsicht (Finma) bekräftigt. ”Die Finma braucht zusätzliche Kompetenzen und Instrumente, um in der Aufsicht effektiv zu sein”, sagte der seit April amtierende Finma-Chef Stefan Walter der ”Neuen Zürcher Zeitung”. 

”Mit diesem neuen Rahmen werden wir konsequent eingreifen, wenn wir Probleme sehen, und wenn nötig eskalieren. Bei der Fed und in der Euro-Zone habe ich gelernt: Es hilft, wenn man diese Möglichkeit in der Hinterhand hat.”

Walter signalisierte auch, dass er bei der Großbank UBS zusätzliche Kapitalmaßnahmen für erforderlich hält. ”Ich glaube, eine stärkere Kapitalisierung kann die Resilienz eines Instituts erhöhen”, sagte Walter. ”Bei systemrelevanten Großbanken haben wir diesen Spielraum noch nicht ausgereizt.” 

Walter kommt von der EZB

Die Finma hatte den von der Europäischen Zentralbank (EZB) kommenden Walter im Januar zum Leiter der Behörde ernannt, die in Zusammenhang mit dem Untergang der Großbank Credit Suisse stark in die Kritik geraten war. Die ehemals zweitgrößte Bank des Landes wurde im Frühjahr 2023 in einer von der Regierung orchestrierten Not-Übernahme vom größeren Rivalen UBS geschluckt. 

Regierung legt Regelwerk vor

Die Schweizer Regierung will mit strengeren Regeln für die UBS und andere als systemrelevant eingestufte Institute ein neues Debakel wie bei der Credit Suisse verhindern. Sie empfiehlt in einem im April vorgelegten, mehr als 300 Seiten starken Papier zum ”Too Big To Fail”-Regelwerk unter anderem strengere Eigenmittelanforderungen und will auch die Finma stärken.

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