Hamburg Commercial Bank verbessert Ergebnis um ein Drittel

Bei der Risikovorsorge geht es deutlich nach oben, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich spürbar. Für das laufende Jahr sind die gesetzten Ergebnis-Ziele deutlich zurückhaltender.
Wird ab 1. April Chef der Hamburg Commercial Bank: Ulrik Lackschewitz. | Foto: hcob
Wird ab 1. April Chef der Hamburg Commercial Bank: Ulrik Lackschewitz. | Foto: hcob

Die Hamburg Commercial Bank hat 2023 ihr Ergebnis vor Steuern von 363 Mio. auf 427 Mio. Euro verbessert. Überdies sind die operativen Erträge und das Neugeschäft gestiegen. Dennoch verlässt der Vorstandschef ”aus privaten Gründen” das Unternehmen: ”Dies ist ein idealer Zeitpunkt für mich, die Leitung der Bank am 1. April an Ulrik Lackschewitz zu übergeben”, sagte CEO Ian Banwell.

Erfolgreich in den Bereich Aviation gestartet

Im Herbst war das Institut wieder in die Flugzeugfinanzierung eingestiegen und hat bereits Ihren ersten Deal abgeschlossen. Auch hatte die HCOB einen Schiffspfandbrief im Benchmark-Format (500 Mio. Euro) am Kapitalmarkt platziert. 

Die Cost-Income-Ratio sank von 44 auf 39 Prozent Die Ertragssteuern belasteten das Konzernergebnis ”im Wesentlichen aufgrund verringerter aktiver latenter Steuern”, wie es in der Mitteilung zu den Jahresergebnissen hieß. Im Vorjahr hatte das Ergebnis von Einmaleffekten profitiert. Das Konzernergebnis nach Steuern lag mit 271 Mio. Euro letztlich zwar über der Prognose oberhalb von 250 Mio. Euro, aber deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 425 Mio. Euro. 

Risikovorsorge schnellt deutlich nach oben

Wie bei vielen anderen Instituten auch, schnellte die Risikovorsorge der Hamburger deutlich von +11 Mio. auf -79 Mio. Euro nach oben. Der Verwaltungsaufwand blieb indes stabil. Nicht so die Quote der faulen Kredite: Sie stieg zum Jahresultimo 2023 erstmals seit vier Jahren und lag bei 2,3 Prozent. 

Ein Jahr zuvor waren es noch 1,2 Prozent. Davon entfallen, das kommunizierte die HCOB im Gegensatz zu manch anderer Bank offen, rund 0,4 Prozentpunkte auf das einzige Engagement der Bank für René Benkos Signa-Gruppe. Der Kredit ist mit einer Grundschuld am Hauptgebäude der Bank in Hamburg besichert. 

Konstantes Immobilien-Neugeschäft

Das Neugeschäft im Segment Real Estate blieb mit 1,6 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Der Gesamtertrag aus dem operativen Geschäft erhöhte sich auf 209 (Vj. 175) Mio. Euro, auch wenn Risikovorsorge-Zuführungen durch die schwierige Marktentwicklung das Ergebnis von 84 Mio. Euro aus dem Jahr 2022 mit -53 Mio. Euro ins Minus drückten. 

Im Shipping geht es aufwärts

Im Segment Shipping verbesserte sich der Gesamtertrag leicht von 177 Mio. auf 180 Mio. Euro. Insgesamt gab es ein Ergebnis nach Steuern 81 Mio. - nach 88 Mio. Euro im Vorjahr. Das Bruttoneugeschäft lag bei 1,3 (1,6) Mrd. Euro. 

Im Segment Project Finance ging es mit dem Ergebnis nach Steuern mit 69 (22) Mio. Euro merklich nach oben. Das Neugeschäft kletterte von 0,7 auf 1,0 Mrd. Euro. Das Segment Corporates profitierte nach Angaben des Instituts von einer positiven Margenentwicklung, insbesondere im ausgebauten internationalen Bereich. Der Gesamtertrag stieg demnach von 137 auf 186 Mio. Euro.

Vorbehalt bei der Prognose

Gedämpfter Optimismus herrscht beim Ausblick auf das kommende Jahr: Vor Steuern möchten die Hanseaten ein Vorsteuerergebnis oberhalb von 300 Mio. Euro erreichen - aber unter Vorbehalt, wie man bei der früheren HSH Nordbank betont.

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