BaFin: Fast alle Banken können kräftigem Gegenwind standhalten

Dennoch macht sich der oberste Bankenaufseher Raimund Röseler Sorgen um gewerbliche Immobilienfinanzierungen - aber nur auf dem US-Markt. EZB-Aufseherin Claudia Buch sieht das etwas anders.
Raimund Röseler ist seit 2011 Exekutivdirektor Bankenaufsicht BaFin. | Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten | Ulrich Baumgarten
Raimund Röseler ist seit 2011 Exekutivdirektor Bankenaufsicht BaFin. | Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten | Ulrich Baumgarten
dpa

Das Gros der Banken in Deutschland wird die Krise an den Märkten für Büro- und Handelsimmobilien gepaart mit schwächelnder Konjunktur nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin abfedern können. 

”Ja, wir machen uns Sorgen um gewerbliche Immobilienfinanzierungen”, sagte der oberste Bankenaufseher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Raimund Röseler, bei einer ”Handelsblatt”-Tagung in Frankfurt. ”Aber die deutschen Banken sind ganz überwiegend sehr gut kapitalisiert und werden deshalb auch einen kräftigen Gegenwind überstehen können - vorausgesetzt Risikomanagement und Governance stimmen.”

Übersee-Markt steht unter Druck

Weil mit dem Homeoffice-Trend weniger Büroflächen gebraucht werden, steht der Markt für diese Immobilien in vielen Ländern unter Druck. Zudem trifft der Kollaps der Immobilien- und Handelsgruppe Signa etliche Geldhäuser. Die Signa Holding hatte Ende November 2023 Insolvenz angemeldet, in den Wochen danach folgten weitere Gesellschaften aus dem Unternehmensreich des österreichischen Unternehmers René Benko. Viele Banken hierzulande haben wegen möglicher Kreditausfälle mehr Geld zurückgelegt. Einige Institute sind möglicherweise existenziell betroffen.

”Risiken bei Gewerbeimmobilien sehen wir vor allen Dingen in den USA”, sagte Röseler. Dort seien nur wenige deutsche Banken engagiert. ”Da mache ich mir jetzt nicht flächendeckend Sorgen.” Allerdings seien auch die hiesigen Gewerbeimmobilienmärkte derzeit schwach. ”Da gibt es sicherlich die eine oder andere Bank, die da sehr exponiert ist”, sagte Röseler. Es gebe die ersten ”Einschläge in den Bilanzen der Banken, aber nur bei ganz wenigen muss man die Sorge haben, dass sie wirklich existenziell betroffen sind”, sagte der Aufseher. 

Buch warnt vor Rückkopplungen

EZB-Aufseherin Buch warnte davor, mögliche Folgen der Immobilienkrise in den USA für Europa zu unterschätzen: ”Man kann nicht sagen, diese Märkte sind komplett voneinander entkoppelt.” Es gebe zwar durchaus lokale Besonderheiten, daher gehe sie nicht davon aus, dass der Trend aus den USA 1:1 über den Atlantik schwappen werde. Vergangene Krisen hätten allerdings gelehrt, dass man nie ausschließen solle, dass sich Entwicklungen wiederholten, mahnte Buch.

Dennoch mehr Kreditausfälle

Allgemein rechnet Röseler mit einer Zunahme von Kreditausfällen im laufenden Jahr. Die Aufsicht sehe das aber als Normalisierung: Jahrelang seien die Quoten von Krediten, die nicht mehr bedient wurden, extrem niedrig gewesen. ”Die werden jetzt etwas nach oben kommen. Das ist für die eine oder andere Bank schmerzhaft, aber das führt jetzt nicht zu einer Finanzkrise”, sagte Röseler

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