M&A-Volumen mit deutscher Beteiligung auf niedrigstem Stand seit elf Jahren

Dies geht aus den vorläufigen Leagues Tables für das dritte Quartal der London Stock Exchange Group (LSEG) hervor. Nur eine deutsche Bank findet sich unter den Top 15. 
Spektakuläres M&A-Beispiel: Der hessische Heizungshersteller Viessmann. | Foto: picture alliance / D. Kerlekin/Snowfield Photograph | D. Kerlekin
Spektakuläres M&A-Beispiel: Der hessische Heizungshersteller Viessmann. | Foto: picture alliance / D. Kerlekin/Snowfield Photograph | D. Kerlekin

Der M&A-Markt in diesem Jahr: So lala. Wer sich mit den deutschen Bankern unterhält, hört: Wir planen bereits mit dem Jahr 2024. Dieses Bild wird von den vorläufigen Q3-Zahlen der London Stock Exchange Group (LSEG) bestätigt.

Bezogen auf das Volumen sind es die schlechtesten Zahlen seit elf Jahren. So belaufen sich die angekündigten Fusionen und Übernahmen mit deutscher Beteiligung im Jahr 2023 auf insgesamt 79,4 Mrd. Dollar, mithin 25 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und niedrigster Wert seit 2012. Die Zahl der angekündigten M&A-Deals ist mit 1970 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zurückgegangen. In den vergangenen 16 Jahren wurde diese Zahl nur zweimal überschritten, nämlich im vergangenen und vorvergangenen Jahr. 

Die Top 15

Unter den Top 15 befindet sich mit der Deutschen Bank (Platz 4 mit einem Marktanteil von 23,4 Prozent) nur ein deutsches Institut. Die Tabelle wird angeführt von JP Morgan mit einem Marktanteil von 43 Prozent, gefolgt von Goldman Sachs und Morgan Stanley. 

Die Deals mit deutschem Zielunternehmen sanken nach Volumen um 36 Prozent im Vorjahresvergleich. M&A’s aus dem Ausland (inbound) sanken um zwölf Prozent und damit auf ein Sechs-Jahres-Tief. Bei mehr als jedem zweiten davon kam der Erwerber aus den USA. 

Die Deals aus Deutschland heraus (outbound) sanken sogar um 40 Prozent, das ist wiederum der niedrigste Wert seit 2015. Dänemark ist volumenmäßig das beliebteste Zielland, was auf das Angebot der Deutschen Börse für das dänische Softwareunternehmen SimCorp in Höhe von 4,3 Mrd. Dollar zurückzuführen ist. Rein nach Zahl der Transaktionen liegt Großbritannien vorne. 

Der Faktor Viessmann 

Aufgesplittet nach Sektoren liegt der Industriesektor in Deutschland vorne, was vor allem durch das Angebot von Carrier Global für den deutschen Hersteller von Heiz- und Kühlsystemen, Viessmann, in Höhe von 13,2 Mrd. Dollar gefördert wurde. Die höchste Anzahl von Transaktionen wurde im Technologiesektor verzeichnet.

Hoch ging es im Bereich Private-Equity. So haben Private-Equity-Firmen im Jahr 2023 bisher 504 Deals mit deutschen Unternehmen angekündigt, was einem Anstieg von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und die höchste Anzahl von Deals im Jahresverlauf seit Beginn der Aufzeichnungen 1980 darstellt. Private-Equity-gestützte M&A-Deals in Deutschland beliefen sich im Jahr 2023 bisher auf insgesamt 19,1 Mrd. Dollar, 20 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2022.

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