Eine Mitarbeiter-Fluktuation von 10 Prozent ist zu hoch, sagt Warburg-Vorstand Stephan Schrameier

Mit einer strategischen Neuausrichtung will das Hamburger Bankhaus wieder Vertrauen zurückholen. Es wird künftig nur noch drei statt vier Geschäftsfelder geben. 
Stephan Schrameier | Foto: Warburg Bank
Stephan Schrameier | Foto: Warburg Bank

”Wir haben auf zu vielen Hochzeiten getanzt.” So sieht es Warburg-Marktbereichsvorstand Stephan Schrameier. Daher habe man sich von Gesellschaften und Beteiligungen getrennt, sagte er in einem Interview mit der Börsen Zeitung (BöZ). Den Verkauf der 60-Prozent-Beteiligung an der Warburg Hyp habe man Anfang Juni abgeschlossen, ebenso der Warburg Invest und der W&Z Fintech.

Das hatte seinen Preis. ”Diese Neuausrichtung hat für Rückstellungen, Abschreibungen und Wertberichtigungen und damit neben anderen Faktoren wie dem abnehmenden Kapitalmarktgeschäft für den Verlust von knapp 35 Mio. Euro im vergangenen Jahr gesorgt”, erklärte Schrameier. Teilweise haben man Abschreibungen vorgenommen, teilweise einen Buchgewinn erzielt. Auf der Ertragsseite liege man alles in allem im Plan.

Künftig ist das Cum-Ex-geplagte Geldhaus seinen Worten nach nur noch mit dem Private Banking, dem Corporate- und Investment Banking sowie dem Assetmanagement unterwegs. 

Auch die aktuelle Fluktuationsquote von 10 Prozent hält er für zu hoch. ”Um die Mitarbeiterzufriedenheit zu stärken, nutzen wir verschiedene Instrumente, darunter Karriereprogramme, Homeoffice- und Teilzeitregelungen”, sagte er. 570 Vollzeitstellen seien das Ziel. Mehr als zuvor.

Gerüchte, dass die Warbung Bank bald zum genossenschaftlichen IT-Dienstleister Atruvia wechselt, wollte Schrameier weder bestätigen noch dementieren. ”Es gibt eine Absichtserklärung gemeinsam mit einem Dienstleister, es ist aber Vertraulichkeit vereinbart”, sagte er dem Blatt.

Cum-Ex-Prozess gegen prominenten Ex-Banker startet am Montag in Bonn

Wir es mit der Gesellschafterstruktutur weitergehen soll, ließ der Vorstand indes offen. Christian Olearius und Max Warburg gehören zusammen rund 80 Prozent der Anteile am Hamburger Institut. Ex-Bankchef Olearius muss sich ab dem heutigen Montag vor dem Landgericht Bonn verantworten. In 28 Verhandlungstagen soll der Vorwurf der Steuerhinterziehung in 14 Fällen geklärt werden.

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