EZB-Direktorin Schnabel bezweifelt schnelle Wirkung der Zinserhöhungen

Kredite mit festen Zinssätzen sind nach Schnabels Ansicht ein Grund, warum sich die straffere Geldpolitik nicht schnell bemerkbar macht.
Isabel Schnabel, EZB-Direktorin | Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Isabel Schnabel, EZB-Direktorin | Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Reuters

Die Folgen der Zinserhöhungsserie der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Wirtschaft könnten sich laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel langsamer als üblich einstellen. ”Angesichts des aktuellen Arbeitskräftemangels könnte man davon ausgehen, dass die Übertragung der Geldpolitik schwächer ausfällt als gewöhnlich”, sagte sie der belgischen Zeitung ”De Tijd”. Schnabel ergänzte, dass Kredite mit festen Zinssätzen überdies häufiger geworden seien und es daher möglicherweise länger als früher dauern werde, bis sich die Auswirkungen einer strafferen Geldpolitik bemerkbar machten.

Lagarde sieht Wirkung der Erhöhungsserie

Die volle Wirkung der Zinserhöhungen der Zentralbank beginnt sich laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde inzwischen zu entfalten. Die jüngste Analyse des EZB-Stabs deute darauf hin, dass sich die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung auf die Wirtschaft und die Inflation in den kommenden Jahren verstärken dürften, sagte die Französin jüngst vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments.

Die EZB hat die Schlüsselzinsen bereits sieben Mal in Folge angehoben. Für die nächste Zinssitzung am 15. Juni in Frankfurt rechnen von der Nachrichtenagentur ”Reuters” befragte Volkswirte mit einer weiteren Erhöhung um einen viertel Prozentpunkt. Der am Finanzmarkt dabei maßgebliche Einlagensatz, den die Banken für das Parken überschüssiger Gelder erhalten, würde dadurch von aktuell 3,25 Prozent auf dann 3,50 Prozent steigen.

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