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"Klar gibt es Sachen, die man da falsch entschieden hat“, sagt Martin Blessing

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Commerzbank blickt selbstkritisch auf seine acht Jahre im Chefsessel der Bank zurück. So hätten Filialschließungen schneller geschehen sollen.

Martin Blessing anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz der Commerzbank AG für das Jahr 2014. | Foto: picture alliance / Sven Simon | Rene Traut/SVEN SIMON

Das Timing der Dresdner-Bank-Übernahme sei miserabel gewesen, die Risiken durch griechische Staatsanleihe habe er unterschätzt. Laut eines Berichts des ”Handelsblatt” hat Martin Blessing, zwischen 2008 und 2016 Chef der Commerzbank, Fehler während seiner Amtszeit vor Journalisten eingestanden. ”Klar gibt es Sachen, die man da falsch entschieden hat“, sagte er. Heute ist Blessing Chef des Verwaltungsrats der Danske Bank.

Ich habe nicht gesehen, dass aus der Finanzmarkt- und Immobilienkrise eine echte Staatsschuldenkrise im Euroraum wird.

Martin Blessing, zwischen 2008 und 2016 Vorstandsvorsitzender der Commerzbank

”Ich habe nicht gesehen, dass aus der Finanzmarkt- und Immobilienkrise eine echte Staatsschuldenkrise im Euroraum wird“, sagte er selbstkritisch. Er sei mit seinen Kollegen damals aber zu der Einschätzung gekommen, dass Staatsanleihen in der eigenen Währung zwar nicht dauerhaft zum Kerngeschäft gehören sollten, aber „sicherlich nicht unser größtes Problem“ seien. Am Ende seien die milliardenschweren Abschreibungen auf griechische Bonds dann aber doch ein großes Problem für die Bank geworden.

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Die Commerzbank musste während der Finanzkrise vom Staat gerettet werden. Noch heute ist der Bund größter Aktionär des Geldhauses. Seitdem haben Blessing, sein Nachfolger Martin Zielke und der jetzige Chef, Manfred Knof, versucht, die Bank neu aufzustellen. Im Rückblick gab Blessing zu, dass er beim Thema Filialschließungen schneller hätte agieren sollen.

Sie werden es nie alles auf einmal wegkriegen.

Martin Blessing

Trotz aller Selbstkritik warb Blessing auch um Verständnis: Als CEO könne man nicht 50 Themen gleichzeitig angehen, sondern müsse sich auf die drei bis fünf wichtigsten konzentrieren. Andere Probleme müssten dann in der nächsten Runde adressiert werden. ”Sie werden es nie alles auf einmal wegkriegen.“

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