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Bundesbank: Wirtschaftlichkeit deutscher Banken hat sich 2021 verschlechtert

Stark gestiegenen Erträgen stand allerdings auch ein Zuwachs von sechs Prozent beim Verwaltungsaufwand gegenüber. Mittelfristig sieht die Bundesbank positive Auswirkungen der steigenden Zinsen für Finanzinstitute.

Die Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt | Foto: Deutsche Bundesbank

Deutsche Kreditinstitute haben im vergangenen Jahr ihre Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern können. Wie die Bundesbank berichtet, stieg der Vorsteuergewinn um 12,8 Mrd. Euro auf 27,1 Mrd. Euro. ”Er lag damit erstmals seit 2017 weit oberhalb des langfristigen Mittels von 18,0 Mrd Euro”, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank.

Drei Viertel des Anstiegs resultierten demnach aus einem um gut 70 Prozent reduzierten Netto-Bewertungsaufwand. So mussten die Institute deutlich weniger Geld für die Risikovorsorge zurücklegen, sie konnten im Jahr 2020 gebildete Risikovorsorge teilweise wieder auflösen. Das Plus von fünf Prozent bei den operativen Erträgen fiel hingegen nicht so stark ins Gewicht, da auch der Verwaltungsaufwand über alle Institute hinweg im Schnitt um sechs Prozent zulegte. Dies führte trotz gestiegener operativer Erträge zu einer leichten Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit:

Die Aufwand-Ertrags-Relation der deutschen Kreditinstitute stieg im Berichtsjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 72,9 Prozent.

Aus dem Monatsbericht der Deutschen Bundesbank

”Die Aufwand-Ertrags-Relation der deutschen Kreditinstitute stieg im Berichtsjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 72,9 Prozent”, heißt es im Monatsbericht.

Haupttreiber des Plus bei den operativen Erträgen war der Provisionsüberschuss, der mit einem Plus von 18 Prozent zur zweitwichtigsten Ertragsquelle der Geldhäuser wurde. Die wichtigste, der Zinsüberschuss, verbesserte sich um 1,4 Prozent im Vorjahresvergleich.

Bundesbank erwartet höhere Wahrscheinlichkeit für Kreditausfälle

Aus dem Monatsbericht der Deutschen Bundesbank

Mit Blick auf dieses Jahr erwartet die Bundesbank eine erhöhte ”Wahrscheinlichkeit für Kreditausfälle sowohl bei nicht-finanziellen Unternehmen als auch bei privaten Haushalten”. Als Gründe nannte sie den Krieg in der Ukraine und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hierzulande, aber auch weltweit. Und: ”Das steigende Zinsniveau könnte die Ertragslage der deutschen Banken kurzfristig zwar belasten. Mittelfristig dürften sich allerdings die ertragssteigernden Effekte der geldpolitischen Normalisierung stützend auf die Ertragsentwicklung der deutschen Institute auswirken”, schreiben die Notenbanker.

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