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Banken wollen EZB-"Krisenkredite" schneller zurückzahlen

Das Programm für Langfristkredite (TLTRO 3) hatte die EZB zur Stützung der Banken während der Corona-Pandemie aufgelegt, um Banken liquide und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Nun fließen Kredite in Milliardenhöhe schneller zurück an die Zentralbank.

Die EZB in Frankfurt | Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Banken im Euro-Raum wollen von der EZB gewährte mehrjährige Kreditsalven im Umfang von einigen Milliarden Euro frühzeitig zurückzuzahlen. Insgesamt würden Institute 6,5 Mrd. Euro an Geldern zurückgeben, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mitteilte.

Mit einem speziellen Kreditprogramm wollte die EZB in der Covid-Krise die Liquidität der Banken stützen. Aktuell sitzen Banken in der Euro-Zone auf Geldern aus solchen langfristigen Kreditspritzen im Volumen von 2,1 Billionen Euro.

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Allerdings gab es zuletzt auch Kritik an den hohen Gewinnen, die Banken derzeit aus dem ”TLTRO 3”-Programm generieren können. Denn die Institute bekommen das Geld quasi geschenkt, weil sie ein Prozent der Kreditsumme behalten dürfen. Seit Ende Juni gibt es zwar keine neuen TLTRO-Kredite mehr - doch die bereits vergebenen laufen erst im Jahr 2024 vollständig aus.

Sondergewinne in Milliardenhöhe

Durch die Zinswende der EZB können die Banken ihre überschüssige Liquidität aktuell nutzen, indem sie das Geld bei der Zentralbank parken und 0,75 Prozent Zins ohne jedes Risiko bekommen.

Morgan Stanley schätzt, dass sämtliche Banken der Eurozone so bis zu 24 Mrd. Euro an zusätzlichen Gewinnen bis zur Fälligkeit der letzten TLTRO-Tranche Ende 2024 erzielen könnten. Die Citigroup geht von Sondererträgen von bis zu 33 Mrd. Euro aus und laut der Berliner Ratingagentur Scope beläuft sich die Summe der möglichen Nettoeffekte sogar auf bis zu 40 Mrd. Euro.

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