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Frankfurt gewinnt als Standort für Aufsichtsbehörden an Bedeutung

Durch die Ansiedlung internationaler Finanzaufsichten wie zuletzt des ISSB ist die Mitarbeiterzahl in der Mainmetropole stetig gewachsen. Eine Entscheidung der neuen EU-Anti-Geldwäschebehörde für Frankfurt als Sitz, würde zusätzlich Auftrieb verleihen.

Blick auf Frankfurt am Main. | Foto: picture alliance / greatif | Florian Gaul

Der Finanzplatz Frankfurt hat nicht nur durch den Brexit an Bedeutung gewonnen - auch die wachsende Ansiedlung von Aufsichtsbehörden verhilft der Stadt zu immer mehr Relevanz im internationalen Bankenwesen. Inzwischen sind knapp 10.000 Angestellte für Aufsichtsbehörden im Finanzsektor in Frankfurt angesiedelt, wie Ulrike Bischoff vom Research der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) nun errechnet hat.

Bischoff beobachtet ”deutliches Wachstum” bei den finanzbezogenen Institutionen. So arbeiten dort inzwischen mehr als 4000 Mitarbeiter allein für die Europäische Zentralbank (EZB) (Stand Ende 2021). Für die Deutsche Bundesbank in Frankfurt sind es sogar 4700 von insgesamt 10.400 bundesweit. Für die BaFin seien es etwa 860.

ISSB verleiht Frankfurt zusätzlich Auftrieb

Darüber hinaus sitzt seit 2011 die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) in Frankfurt. Diese hat ihr Personal seit Beginn auf zuletzt 140 Mitarbeiter mehr als verfünffacht.

Weiteren Aufwind erhält Frankfurt durch das International Sustainability Standards Board (ISSB), das sich zu Jahresanfang 2022 mit seinem Hauptsitz dort ansiedelte - ”in zentraler Lage inmitten des Frankfurter Bankendistrikts”, merkt Bischoff an. Für das ISSB sei zunächst ein Team von rund 80 Nachhaltigkeitsexperten geplant, das nun sukzessive aufgebaut wird. Mit Blick auf die Alte Oper fänden seit diesem Sommer zudem die ISSB-Vorstandssitzungen statt.

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Außerdem findet sich in der Main-Metropole das ”Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ (GSFCG). ”So bieten sich dem deutschen Finanzzentrum vielversprechende Perspektiven als Nachhaltigkeitsstandort, was wiederum positive Auswirkungen auf seine Positionierung im internationalen Finanzplatzkontext haben dürfte”, resümiert die Analystin in der Studie.

AMLA-Sitz noch nicht ausgemacht

Zuletzt war die Mainmetropole auch für die Ansiedlung der europäischen Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA (Anti-Money Laundering Authority) im Gespräch. Hier ist die Entscheidung allerdings noch nicht gefallen. Der EU-Rat erzielte Mitte 2022 zwar eine partielle Einigung hinsichtlich der Schaffung der AMLA, entschied bislang jedoch nicht über deren Sitz.

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