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Publikumsfonds verlieren an Höhe

Im zweiten Quartal 2022 haben deutsche Anleger netto 5,5 Mrd. Euro abgezogen, zeigt eine Auswertung des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI). Besonders unter Druck waren Geldmarkt- und Rentenfonds.

Geld und Börsenkurse. | Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Der Fondsbranche sind laut Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) im ersten Halbjahr netto insgesamt 52 Mrd. Euro zugeflossen – nach dem Rekordjahr 2021 mit einem Nettozufluss von 111 Mrd. Euro allein in den ersten sechs Monaten bedeutet das einen Dämpfer. Der BVI spricht dennoch von einem robusten Neugeschäft.

Inflation und Ukrainekrieg lassen Neugeschäft schrumpfen

Offene Publikums- und Spezialfonds starteten der BVI-Auswertung zufolge im Januar 2022 zunächst mit einem Rekordabsatz von über 30 Mrd. Euro – dann ging es sukzessive rückwärts.

Der Verband nennt als Auslöser die hohe Inflationsrate und den Krieg in der Ukraine. Zuletzt, im Juni, verloren die offenen Fonds netto 0,3 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Rückgänge meldete der BVI hier seit März 2020 nicht mehr (Abfluss in dem Monat: 12 Mrd. Euro).

Allein im Juni zogen Anleger über fünf Milliarden Euro ab.

Bundesverband Investment und Asset Management (BVI)

Für Publikumsfonds ging es besonders steil abwärts. Nach Zuflüssen von 14,1 Mrd. Euro im ersten Quartal verzeichneten sie Abgänge von 5,5 Mrd. Euro im zweiten Quartal. „Allein im Juni zogen Anleger über 5 Mrd. Euro ab“, so der Verband.

Geprägt worden sei das Neugeschäft im ersten Halbjahr von starken Zuflüssen in Mischfonds (+ 16,3 Mrd. Euro), andererseits von Anteilscheinrückgaben bei Geldmarktfonds sowie Rentenfonds, heißt es – sie belasteten den Absatz der Publikumsfonds im laufenden Jahr mit insgesamt 13 Mrd. Euro.

Parallel schrumpfte das Neugeschäft von Aktienfonds: Gut 5 Mrd. Euro brachten Anleger im ersten Halbjahr neu ein, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 35,4 Mrd. Euro.

Verwaltetes Vermögen sinkt auf unter vier Billionen Euro

Die deutsche Fondsbranche verwaltete Ende Juni 2022 laut BVI noch ein Vermögen von knapp 3,9 Billionen Euro (Vorjahreszeitraum: knapp 4,1 Billionen Euro). Auf offene Spezialfonds entfielen davon fast zwei Billionen Euro und auf offene Publikumsfonds 1,3 Billionen Euro. Geschlossene Fonds erreichten ein Volumen von 48 Mrd. Euro und Mandate von 533 Mrd. Euro.

Bei den offenen Spezialfonds bildeten dabei Altersvorsorgeeinrichtungen mit 636 Mrd. Euro die volumengrößte Anlegergruppe, Versicherungsgesellschaften hatten Stand Ende Juni 560 Mrd. Euro in Spezialfonds angelegt. „Aus diesen Zahlen wird einmal mehr deutlich, dass die Assetmanagement-Branche einen hohen Stellenwert bei der Altersvorsorge in Deutschland hat“, erklärt der BVI.

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