FinanzBusiness

EZB erwägt wohl größeren Zinsschritt

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, könnte die Europäische Zentralbank eine Anhebung der Zinsen um 0,5 Punkte beschließen.

Das Euro-Symbol vor dem ehemaligen Sitz der EZB in Frankfurt | Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

In der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es laut informierten Kreisen Überlegungen zu einer stärkeren Zinsanhebung. Anstatt wie bisher signalisiert, die Leitzinsen am Donnerstag erstmals seit elf Jahren um 0,25 Prozentpunkte anzuheben, könnte man sich auch zu einer stärkeren Anhebung um 0,5 Punkte entschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag mit Bezug auf informierte Personen.

EZB kündigt Zinserhöhung für Juli an

Zinswende der EZB dämpft Inflation nicht sofort

Hintergrund sei die hohe Inflation im Währungsraum, die sich gegenwärtig auf Rekordniveau von deutlich mehr als acht Prozent bewegt. Die EZB wollte sich auf Anfrage nicht zu den Informationen äußern

Zuvor hatten Marktbeobachter den angekündigten Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten als zu verzagt kritisiert. So sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, die in Aussicht gestellte Zinserhöhung sei nicht ausreichend. Die EZB müsse konsequenter gegen die Teuerung vorgehen, damit diese sich nicht festsetze.

”Es geht jetzt vor allem darum, zu verhindern, dass private Haushalte und Unternehmen sich auf dauerhaft höhere Inflationsraten einstellen und Löhne sowie andere Preise entsprechend anheben”, sagte Fuest der Zeitung ”Münchner Merkur”. Noch sei es nicht zu spät, eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.

EZB ist Nachzügler

Unter den führenden Notenbanken ist die EZB in puncto Zinswende ein Nachzügler. In den USA hat die Federal Reserve (Fed) schon viel früher auf den anhaltenden Inflationsschub mit Zinserhöhungen reagiert. Die Fed hob im Juni ihre Leitzinsen sogar um 0,75 Prozent an, was der größte Zinsschritt seit 1994 war. Die EZB hält dagegen ihren Schlüsselsatz noch auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, auf dem er bereits seit März 2016 liegt. Seit 2014 liegt zudem der Einlagensatz im Minusbereich, was für Banken Strafzinsen bedeutet, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Liquidität parken. Seit Herbst 2019 steht der Satz bei minus 0,5 Prozent

Mehr von FinanzBusiness

Erst kommt der Blackout, dann steht die Bargeldversorgung auf der Kippe

Stromausfall, Überflutung, Erdbeben: Hält die Bargeldversorgung einer Katastrophe stand? Dieser Frage geht in Potsdam ein Projekt von Geschäftsbanken, Bundesbank, Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung nach, das jetzt auf der Zielgeraden ist. FinanzBusiness sprach mit den Verantwortlichen.

Die Kosten für die Geldwäsche-Prävention explodieren

Seit 2019 ist die Summe, die im deutschen Finanzsektor für Prävention und Bekämpfung der Finanzkriminalität ausgegeben wird, um 30 Prozent gestiegen. Die steigende kriminelle Bedrohung, immer höhere regulatorische Erwartungen sowie das steigende geopolitisches Risiko treiben die Entwicklung.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen