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Christian Olearius bekräftigt in Sachen Cum-Ex-Geschäfte seine Unschuld

Beim Landgericht Bonn ist eine Anklageschrift eingegangen. Bei Verurteilung drohen dem ehemaligen Chef der Bank M.M. Warburg bis zu zehn Jahre Haft.

Christian Olearius, als er noch Warburg-Chef war. | Foto: picture-alliance/ dpa | Holger Hollemann

Beim Landgericht Bonn ist zu Wochenbeginn eine Anklageschrift eingegangen. Und mittlerweile ist klar, dass sich diese gegen den langjährigen Chef der M.M. Warburg, Christian Olearius, richtet. Und der wehrt sich mit allen Kräften dagegen: ”Herr Olearius hat sich nichts zuschulden kommen lassen“, sagte sein Sprecher dem ”Handelsblatt”. Olearius wird der besonders schweren Steuerhinterziehung beschuldigt.

Miteigentümer der Warburg-Bank angeklagt

Auch in diesem Fall stehen sogenannte Cum-Ex-Geschäfte im Vordergrund. Die Unschuldsbekundung ist in der Argumentation des Hamburger Bankmanagers nicht neu. Auch in den vergangenen Jahren hatte er immer wieder seine Unschuld beteuert. Dennoch hatte er 2020 als Mehrheitsgesellschafter gemeinsam mit Max Warburg einen dreistelligen Millionenbetrag an den Fiskus zurückgezahlt.

Die Mehrheitsgesellschafter haben die Beträge aus ihrem eigenen Vermögen bezahlt.

Sprecher von Christian Olearius

”Die Mehrheitsgesellschafter haben die Beträge aus ihrem eigenen Vermögen bezahlt”, sagt ein Sprecher der Bank dem ”Handelsblatt”. ”Die steuerliche Beurteilung der Cum-Ex-Geschäfte durch die Warburg-Gruppe hat sich als falsch erwiesen”, beteuert er. ”Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands von M.M.Warburg & CO missbilligen unrechtmäßige Steuergestaltungen jeder Art.”

Vorgeworfener Steuerschaden von 300 Mio. Euro

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen Olearius insgesamt zehn Jahre Gefängnis. Der dabei vorgeworfene Steuerschaden liegt bei 300 Mio. Euro. Die „”besondere Schwere“ einer Steuerhinterziehung beginnt bereits bei 50.000 Euro- ab einer Hinterziehung von einer Million Euro ist eine Bewährungsstrafe unüblich, schreibt die Zeitung. Olearius ist 80 Jahre alt.

Ein erster Prozess hatte im September 2019 begonnen und endete im März 2020 mit Bewährungsstrafen. Darin gestanden zwei angeklagte Börsenhändler und ebneten den Weg für den nächsten Prozess, der im Oktober 2020 startete und im Juni 2021 mit einer Haftstrafe endete: Der ehemalige Generalbevollmächtigte von M.M. Warburg erhielt fünfeinhalb Jahre Gefängnis.

Im Februar endete der dritte Cum-Ex-Prozess

Er legte zwar Revision ein, scheiterte aber damit vor dem Bundesgerichtshof. Im Februar 2022 endete auch der dritte Bonner Cum-Ex-Prozess mit einem Schuldspruch. Die Strafkammer verurteilte einen Manager der Warburg Invest zu dreieinhalb Jahren Gefängnis.

Olearius sieht jedoch alles anders. Er hatte bereits in den vergangenen Jahren immer wieder moniert, dass Cum-Ex-Geschäfte erst ”im Nachhinein“ als unzulässig gewertet wurden. Seine Bank habe sich stets an geltendes Recht gehalten, beteuerte er immer wieder.

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