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Aktivisten kritisieren die Öl-Finanzierung der Deutschen Bank

Aktivisten aus Peru und Uganda fordern von der Bank, keine fossilen Energieprojekte mehr zu finanzieren. Sie hatten dem Frankfurter Institut am Montag einen Besuch abgestattet.

Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer (l) und die ugandische Aktivistin Evelyn Acham. | Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Klima-Aktivisten aus Peru und Uganda verlangen von der Deutschen Bank ein Ende der Finanzierung von fossilen Energieprojekten. ”Wir fordern die Deutsche Bank auf, sofort alle neuen Finanzierungen einzufrieren, die die Umwelt- und Klimazerstörung befeuern”, sagte die ugandische Aktivistin Evelyn Acham vor einem Treffen mit Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing am Dienstag.

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Acham und die deutsche Klima-Aktivistin Luisa Neubauer wollen, dass der Chef der Deutschen Bank sich bei dem Treffen offiziell von der Unterstützung der EACOP-Pipeline in Ostafrika und den damit verbundenen Ölförderprojekten distanziert. Der französische Ölkonzern Total will mit der Röhre Öl aus Ölfeldern im Albertsee in Uganda an die tansanische Küste transportieren.

Die Deutsche Bank hat in den größten Treiber der neuen Ölförderung im Amazonas im kommenden Jahrzehnt investiert.

Ricardo Perez von Amazonwatch

”Die Total-Pipeline EACOP wird das Leben von Tausenden von Menschen ruinieren und seltene Tierarten gefährden,” sagte Acham. Insidern zufolge ist die Deutsche Bank aus der Finanzierung der Pipeline ausgestiegen. Offiziell bestätigt hat die Bank dies nicht.

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Am Montag hatten Aktivisten und Vertreter indigener Völker aus Peru die Frankfurter Firmenzentrale besucht, um die Bank von ihrer Rolle bei der Finanzierung von Ölförderprojekten in der Amazonas-Region abzubringen. Der staatliche peruanische Ölkonzern Petroperu verseuche das Wasser, der Fisch könne nicht mehr gegessen werden, sagte Shapiom Noningo Sesen, der als Vertreter der Wampis - ein indigenes Volk aus Peru - nach Frankfurt gereist war. ”Diese Unternehmen setzen unser Leben, unsere Geschichte und unsere Kultur auf Spiel”, sagte er.

Geschäfte mit Petroperu einfrieren

Deutschlands größtes Geldhaus und andere Institute sollten ihre Geschäfte mit Petroperu stoppen, forderten die Aktivisten. ”Die Deutsche Bank hat in den größten Treiber der neuen Ölförderung im Amazonas im kommenden Jahrzehnt investiert”, sagte Ricardo Perez von Amazonwatch.

Den Aktivisten zufolge hat die Deutsche Bank zusammen mit mehreren weiteren internationalen Großbanken Petroperu einen Konsortialkredit in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar gewährt. Petroperu antwortete zunächst nicht auf Anfragen von Reuters.

Kreditvergabe nach klaren Richtlinien

Die Deutsche Bank wollte konkrete Geschäftsbeziehungen nicht kommentieren, betonte jedoch, dass sie bei der Kreditvergabe klaren Richtlinien folge. ”Wir sind bei der Finanzierung CO2-intensiver Industrien viel weniger engagiert als viele unserer Wettbewerber,” sagte ein Sprecher.

Der Chef der Deutschen Bank betont immer wieder, wie wichtig die Finanzierung des Übergangs in eine nachhaltige Wirtschaft für die Bank geworden ist. Treffen mit Umweltorganisationen finden laut einem Sprecher der Bank regelmäßig statt.

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