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Die Zahl der Filialen und Kreditinstitute schrumpft

Laut einer Statistik der Bundesbank hat sich die Anzahl der inländischen Zweigstellen im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent verringert. Auch der Wille zu Fusionen nahm zu.

Transparent an einer Commerzbank-Filiale in Rathenow. | Foto: picture alliance / ZB | Volkmar Heinz

Wegen fortschreitender Digitalisierungen und des Kostendrucks werden in Deutschland immer mehr Bank-Filialen geschlossen. Die Anzahl inländischer Zweigstellen verringerte sich im vergangenen Jahr deutlich um fast 10 Prozent auf 21.712, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte.

Insgesamt wurden in dem Jahr 2388 Zweigstellen geschlossen, nach 2567 im Jahr 2020. Nach Einschätzung der Notenbank spiegelt sich darin eine verstärkte Nutzung von Online-Banking ebenso wider wie Maßnahmen zur Kostenreduzierung.

Laut Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) haben die Genossen zudem fast 500 Bankstellen abgebaut. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bezifferte den Rückgang 2021 auf 588 Sparkassenfilialen inklusive der Selbstbedienungsstandorte.

Wenn Bundesbank-Daten schöner als die Wirklichkeit sind

Weniger eigenständige Banken

Die Zahl der eigenständigen Kreditinstitute sank deutlich um 160 auf 1519 Institute. Dabei spielte allerdings auch das Mitte 2021 in Kraft getretene Wertpapierinstitutsgesetz eine Rolle. Danach gelten 59 ehemalige Wertpapierhandelsbanken sowie Zweigniederlassungen ausländischer Wertpapierhandelsunternehmen nicht mehr als Kreditinstitute im Sinne des Kreditwesengesetzes.

Ohne diesen Effekt betrug der Rückgang aber immer noch 6,0 Prozent gegenüber einem Minus von lediglich 2,2 Prozent im Jahr 2020. Dazu trugen insgesamt 54 Fusionen (im Vorjahr 34) bei. Allein die Zahl der genossenschaftlichen Institute schrumpfte im vergangenen Jahr um 42.

Genossenschaftsbanken verdienen 2021 deutlich mehr

Hinzu kamen 43 Abgänge, vor allem Zweigniederlassungen britischer Wertpapierhandelsbanken, aufgrund des Brexits.

Zahl der Fusionen steigt

”Angesichts der heraufziehenden Wolken am Bankenhimmel durch Zinswende, Abschwächung des Wachstums und Inflation sind die Banken gut beraten, ihre Widerstandskraft durch Kostenbewusstsein und gegebenenfalls Zusammenschlüsse weiter zu erhöhen”, mahnte das für Bankenaufsicht zuständige Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, Joachim Wuermeling.

Angesichts der heraufziehenden Wolken am Bankenhimmel (...) sind die Banken gut beraten, ihre Widerstandskraft durch Kostenbewusstsein und gegebenenfalls Zusammenschlüsse weiter zu erhöhen.

Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank

Der deutliche Rückgang der Zahl der Institute und Filialen ist aus seiner Sicht ein Zeichen für die anhaltende Dynamik von Konsolidierung und Restrukturierung im deutschen Bankensystem. Im Ausland verringerten die deutschen Banken die Zahl ihrer Tochterunternehmen von 83 auf 79.

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Neue Mitarbeitende verzweifelt gesucht

Der Fachkräftemangel trifft auch die Finanzbranche mit voller Wucht: Laut einer Erhebung haben Banken in Deutschland im ersten Halbjahr mehr als 65.000 offene Stellen ausgeschrieben, das sind 81 Prozent mehr als im Vorjahr.

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