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Ermittler durchsuchen Deka Bank zu Cum-Ex-Geschäften

Wie die Staatsanwaltschaft Köln mitteilte, vollstreckt sie seit Dienstag Durchsuchungsbeschlüsse gegen eine Bank sowie eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Auch Privatwohnungen werden durchsucht.

Sitz der Deka in Frankfurt. | Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

(Aktualisiert: Informationen zu mutmaßlich betroffenen Personen und Details zur Durchsuchung)

Büros der Deka Bank in Frankfurt sind am Dienstag im Rahmen von Cum-Ex-Ermittlungen durchsucht worden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen. Ein Sprecher der Deka Bank bestätigte, dass Behörden das Unternehmen im Zusammenhang mit Aktienhandelsgeschäften durchsucht haben, wollte sich jedoch nicht weiter äußern.

Aktuelle Vorstände wohl betroffen

Die Staatsanwaltschaft Köln erklärte in einer Email, sie vollstrecke in einem Cum-Ex-Verfahren seit Dienstag Durchsuchungsbeschlüsse gegen eine Bank in Frankfurt sowie gegen eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Namen nannte sie nicht. Laut eines Berichts des ”Handelsblatt” zählen ehemalige und aktuelle Vorstände zu den Beschuldigten, darunter Matthias Danne, derzeit stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Finanzvorstand Daniel Kapffer.

Auch Privatwohnungen werden durchsucht

”Die Maßnahme dient insbesondere der Auffindung relevanter Kommunikation in Form von E-Mails und sonstiger schriftlicher Korrespondenz”, sagte ein Sprecher der Behörde dem Handelsblatt. Beteiligt seien zudem Ermittlungspersonen der Kriminalpolizei Hagen, weiterer NRW-Polizeidienststellen, nordrhein-westfälischer, hessischer und bayrischer Steuerfahndungsstellen sowie das Bundeszentralamt für Steuern.

Darüber hinaus würden auch Privatwohnungen acht Beschuldigter durchsucht. Etwa 110 Beamte seien im Einsatz. Die Kölner Behörde ermittelt gegen rund 1500 Personen aus der Finanzbranche aufgrund des Cum-Ex-Skandals. Zuletzt hatte sie dabei auch den Druck auf internationale Banken erhöht und unter anderem die Büros der britischen Barclays und der Bank of America Merrill Lynch durchsucht.

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Mit Cum-Ex-Geschäften, benannt nach dem lateinischen Begriff für „mit-ohne“, wurde die deutsche Besteuerungspraxis ausgenutzt, die es mehreren Anlegern zu erlauben schien, sich eine nur einmal gezahlte Dividendensteuer anrechnen und damit erstatten zu lassen.

Deutschland schob dem Treiben 2012 einen Riegel vor, indem die Rechtslage geändert wurde. Cum-Ex soll den Steuerzahler mehr als 10 Milliarden Euro gekostet haben.

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