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Sewing hält ein Plädoyer für Nachhaltigkeit

Auch sprach sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank für eine Kapitalmarktunion aus. Konkret auf die aktuellen Vorwürfe gegen sein Haus und die Fondstochter DWS ging er allerdings nicht ein.

Christian Sewing. | Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert

Der Finanzplatz Frankfurt soll eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit einnehmen. Dazu seien gemeinsame Anstrengungen möglich. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, auf der Feier des 70. Jubiläums der Börsen-Zeitung. Zugleich warb er nach Informationen des Blatts für die EU-Kapitalmarktunion.

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Auch sprach sich der Deutsche-Bank-Chef für eine Bankenunion aus. Sewing verwies auf den „enormen Druck quer durch alle Branchen”, Unternehmen nachhaltig zu transformieren, wie die Börsen-Zeitung schrieb. Gleichzeitig wollten Investoren ihre Anlagen nachhaltig gestalten – und zwar ”lieber heute als morgen“.

Wir sollten vorsichtig sein, dass wir jetzt nicht alles über einen Kamm scheren.

Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.

In diesem Zusammenhang kam Sewing allerdings nicht umhin, sich an die eigene Nase oder die der Fondstochter DWS fassen zu müssen. Letztere bekamen jüngst Besuch von Ermittlungsbeamten wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs durch Prospektbetrug bei nachhaltigen Fonds.

Ärger über negative Schlagzeilen

Er hielte es für falsch, die Fortschritte der Banken bei nachhaltigen Finanzierungen aus dem Blick zu verlieren ”und zu sagen: Das ist alles nicht in Ordnung.” ”Wir sollten”, versuchte der Vorstandschef, die Situation in einen Gesamtkontext zu stellen, ”vorsichtig sein, dass wir jetzt nicht alles über einen Kamm scheren”. Natürlich ärgere er sich über Schlagzeilen über sein Institut. Meistens ärgere er sich aber auch „über uns selbst“, denn häufig sei „ja auch etwas dran an der Kritik“.

Wir brauchen verbindliche Regeln, wir brauchen eine Taxonomie, die für alle verständlich ist.

Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.

Zu den Vorwürfen selbst sagte er nach den BöZ-Informationen allerdings nichts. Man habe aber ”nach dem ersten Vorwurf ”Untersuchungen gestartet”. Sollte die Bank zum Ergebnis kommen, dass Korrekturen nötig seien, werde sie handeln. Es seien aber auch einheitliche Standards möglich. ”Wir brauchen verbindliche Regeln, wir brauchen eine Taxonomie, die für alle verständlich ist.”

Sewing warnt davor, die Entscheidung zur Bankenunion weiter zu verschleppen

Nicht zuletzt deshalb möchte er eine ”Klima-Task-Force” gründen. ”Warum sollte diese ihren Sitz nicht in Frankfurt bekommen”, fragte er in der Paulskirche.

Kapitalmarktzentrum in Frankfurt

Zentrales Element im Kampf gegen den Klimawandel ist für Sewing die schon seit vielen Jahren in Europa angestrebte Kapitalmarktunion. Damit die grüne Transformation der Wirtschaft nicht scheitere, brauche es einen langfristigen und leistungsfähigen Kapitalmarkt. „Ohne Kapitalmarktunion wird der Green Deal nicht stattfinden“, mahnte Sewing. Hier gebe es allerdings noch ”erhebliche Defizite”. In Frankfurt solle ein Kapitalmarktzentrum entstehen.


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