FinanzBusiness

Zinswende der EZB dämpft Inflation nicht sofort

Trotz Zinsabhebung auf 0,25 Prozent rechnet EZB-Präsidentin Christine Lagarde nicht mit einem schnellen Ende der Preissteigerungen. Sie signalisierte zugleich, dass der Zinsschritt im September höher ausfallen könnte.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde | Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Peter Dejong

EZB-Präsidentin Christine Lagarde dämpft die Hoffnung auf einen schnellen Rückgang der Inflation im Euro-Raum durch die für Juli angekündigte Zinswende.

Erwarten wir, dass die Zinserhöhung im Juli unmittelbare Auswirkungen auf die Inflation haben wird? Die Antwort lautet: Nein.

Christine Lagarde, EZB-Präsidentin

”Erwarten wir, dass die Zinserhöhung im Juli unmittelbare Auswirkungen auf die Inflation haben wird? Die Antwort lautet: Nein”, sagte Lagarde in Amsterdam nach der auswärtigen Zinssitzung der Währungshüter. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ankündigt, ihre Zinsen im Juli um 0,25 Prozentpunkte anheben zu wollen - zum ersten Mal seit 2011. ”Es ist kein Schritt, es ist eine Reise”, sagte Lagarde.

Zinsanhebung im September könnte höher ausfallen

Die Zinswende ist ihren Angaben nach von der EZB-Führung mit großer Einigkeit getroffen worden. ”Die Entscheidung wurde einstimmig gutgeheißen”, sagte Lagarde. ”Wir hatten eine sehr produktive Diskussion.”

Lagarde signalisierte zugleich, dass der nächste Zinsschritt im September größer ausfallen könnte als die für Juli anvisierte Anhebung von 0,25 Prozentpunkten.

EZB kündigt Zinserhöhung für Juli an

Voraussetzung dafür sei, dass die hauseigenen Prognosen die Inflationsrate im Jahr 2024 bei 2,1 Prozent oder höher sehen. Die EZB strebt eine Inflationsrate von mittelfristig zwei Prozent an, was sie 2024 das vierte Jahr in Folge verfehlen könnte. Aktuell liegt die Teuerungsrate auf dem Rekordniveau von 8,1 Prozent.

Mehr von FinanzBusiness

Fünf Millionen Datensätze werden bei der IT-Fusion umgestellt

Im Januar sind die Sparkassen Worms-Alzey-Ried und Mainz juristisch verschmolzen, jetzt kommt die technische Fusion. Die Institute haben dabei Experten des zentralen IT-Dienstleisters Finanz Informatik im Boot. Die größte Herausforderung ist die Umstellung im laufenden Geschäftsbetrieb.

Neue Mitarbeitende verzweifelt gesucht

Der Fachkräftemangel trifft auch die Finanzbranche mit voller Wucht: Laut einer Erhebung haben Banken in Deutschland im ersten Halbjahr mehr als 65.000 offene Stellen ausgeschrieben, das sind 81 Prozent mehr als im Vorjahr.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen