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Pragmatische Lösung: Ukrainer können in Deutschland Griwna-Banknoten eintauschen

Bundesfinanzministerium, die Deutsche Bundesbank, die Deutsche Kreditwirtschaft und die Nationalbank der Ukraine haben sich auf eine Lösung verständigt. Das Gesamtvolumen ist allerdings auf 1,5 Mrd. Griwna beschränkt.

Griwna-Geldscheine. | Foto: picture alliance / dpa | Jens Kalaene

Flüchtlinge, die vor den Kriegshandlungen aus der Ukraine geflohen sind, können vom 24. Mai des laufenden Jahres an in Deutschland ihre Griwna-Banknoten in Euro tauschen. Darauf haben sich das Bundesfinanzministerium, die Deutsche Bundesbank, die Deutsche Kreditwirtschaft und die Nationalbank der Ukraine verständigt, wie die Institutionen gemeinsam mitteilten. Damit wird eine Richtlinie der Europäischen Kommission umgesetzt.

Das Volumen des Umtausches ist allerdings beschränkt. Das Ministerium und die Deutsche Bundesbank haben eine Vereinbarung mit der Nationalbank der Ukraine über ein Umtauschvolumen von zunächst 1,5 Mrd. Griwna unterzeichnet. Die Vereinbarung ist eine wichtige Voraussetzung für den Umtausch.

Banken und Sparkassen setzen das Programm um

Die Deutsche Kreditwirtschaft will demnach gemeinsam mit ihren teilnehmenden Banken und Sparkassen das Umtauschprogramm umsetzen, wie es in der Mitteilung heißt. Flüchtlinge können einen Betrag von insgesamt bis zu 10.000 Griwna bei den teilnehmenden deutschen Banken und Sparkassen in Euro umtauschen.

Der Umtausch kann auch in mehreren Teilbeträgen erfolgen und soll gebührenfrei sein. Es werden Banknoten zu 100, 200, 500 und 1.000 Griwna der derzeit gültigen Banknotenserien der Nationalbank der Ukraine akzeptiert.

Wechselkurs auf der Webseite der Bundesbank

Der Umtausch in Euro erfolgt zu dem auf der Webseite der Bundesbank bekanntgegebenen Wechselkurs. Der Umtausch wird in einer von der Europäischen Zentralbank bereitgestellten Online-Anwendung erfasst, um sicherzustellen, dass die individuelle maximale Umtauschsumme nicht überschritten wird.

Etwaige Verluste, die sich aus dem Umtausch ergeben, trägt der Bundeshaushalt.

Gemeinsame Pressemitteilung des Finanzministeriums, der Deutschen Bundesbank und der Deutschen Kreditwirtschaft

”Etwaige Verluste, die sich aus dem Umtausch ergeben, trägt der Bundeshaushalt” heißt es wörtlich in der Erklärung. Die operative Umsetzung des Banknotenumtauschs mit den Banken und Sparkassen sowie die Rückführung der Banknoten an die Nationalbank der Ukraine erfolgt durch die Deutsche Bundesbank.

Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, die Teilhabe der Geflüchteten aus der Ukraine nach Kräften zu unterstützen..

Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken

”Das ist ein richtiger Schritt”, sagte dazu der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Christian Ossig, zum Start Programms. ”Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, die Teilhabe der Geflüchteten aus der Ukraine nach Kräften zu unterstützen.” Nach der Möglichkeit der Kontoeröffnung gehe man mit dem Griwna-Umtausch einen weiteren pragmatischen Weg.

Bankenbranche fordert beim Umgang mit ukrainischem Geld europäische Lösung

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