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Freispruch für Deutsche Bank im Prozess um Derivate-Geschäfte in Italien

Das Kreditinstitut sah sich unter anderem den Vorwürfen der Marktmanipulation und der falschen Bilanzierung ausgesetzt. Ein früherer Richterspruch ist damit kassiert worden.

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. | Foto: Daniel Rohrig

Im Rechtsstreit um strittige Finanztransaktionen mit Derivaten hat ein italienisches Berufungsgericht die Deutsche Bank, das japanische Geldhaus Nomura sowie alle 13 Angeklagten freigesprochen. Bei dem Verfahren war es unter anderem darum gegangenen, ob Deutschlands größtes Geldhaus und das japanische Institut mit Monte dei Paschi in den Jahren 2008 bis 2012 gemeinsame Sache gemacht haben, um hohe Verluste der italienischen Krisenbank zu vertuschen. Es war einer der größten Finanzskandale in Italien. Den Banken war unter anderem Marktmanipulation und falsche Bilanzierung vorgeworfen worden.

Details des Urteils folgen in drei Monaten

Details des Urteils sollen in drei Monaten veröffentlicht werden. Die Staatsanwälte können dann entscheiden, ob sie den Fall vor das Kassationsgericht, das höchste Gericht bringen wollen.

Das Urteil hob einen früheren Richterspruch in dem Fall auf. Auch die Beschlagnahmungen von 64,9 Mio. Euro bei der Deutschen Bank sowie von 88 Mio. Euro bei Nomura, die gegen die Institute verhängt worden waren, wurden aufgehoben. Alle Angeklagten in dem Verfahren hatten ihre Unschuld beteuert. Monte dei Paschi hatte sich bereits 2016 in einem Deal mit dem Gericht geeinigt und musste 10,6 Mio. Euro zahlen. Bei dem Verfahren standen zwei komplexen Derivate-Geschäfte mit den Namen "Santorini" und "Alexandria" im Mittelpunkt. Diese waren 2009 von der Deutschen Bank und Nomura für Monte dei Paschi arrangiert worden.

Staat hält 64 Prozent der Monte-Dei-Paschi-Anteile

Staatsanwälte hatten den Beschuldigten vorgeworfen, mit den Transaktionen Monte dei Paschi dabei geholfen zu haben, mehr als zwei Milliarden Euro an Verlusten zu verstecken, die das italienische Geldhaus nach der kostspieligen Übernahmen eines kleineren Geldhauses 2008 aufgetürmt hatte. Der Skandal und weitere Verluste von Monte dei Paschi während der Euro-Schuldenkrise drohten damals, die italienische Finanzindustrie zu destabilisieren. Die 1472 gegründete Bank wurde schließlich 2017 von der Regierung in Rom mit in einer Rettungsaktion mit 5,4 Mrd. Euro vor dem Kollaps bewahrt. Seitdem hält der Staat 64 Prozent der Anteile.

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