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Cum-Ex-Razzia bei Barclays

Ermittler der Staatsanwaltschaft Köln haben die Frankfurter Niederlassung von Barclays durchsucht. Grund sind die Cum-Ex-Deals, an denen Mitarbeiter vor einigen Jahren beteiligt gewesen sein sollen.

Der Schriftzug von Barclays | Foto: picture alliance / empics | Tim Goode

Die Frankfurter Dependance der britischen Barclays-Bank ist von der Staatsanwaltschaft Köln durchsucht worden. Grund für die Razzia sind die Verwicklungen der Bank in Cum-Ex-Geschäfte, wie das ”Handelsblatt” berichtet.

Eine Sprecherin der Bank bestätigte die Durchsuchung auf Nachfrage. Es gehe um Cum-Ex-Aktivitäten aus der Vergangenheit. Man kooperiere weiterhin mit den deutschen Behörden. Laut Recherchen des Handelsblatts soll gegen eine mittlere zweistellige Zahl von Beschuldigten aus dem Umfeld der Bank ermittelt werden. In zwei Fällen wurden auch die Privatwohnungen der Beschuldigten durchsucht.

Barclays war als Leerverkäufer tätig

Die Deals, um die es geht, sind laut dem Bericht im Wesentlichen in London abgelaufen, teilweise sollen aber auch deutsche Mitarbeiter beschuldigt sein. Die Barclays-Banker hatten laut Handelsblatt bei den Transaktionen intern einen Spitznamen: Sie wurden ”Bad Boys” genannt.

Barclays war als Leerverkäuferin an den Deals beteiligt, bei denen Aktien rund um den Ausschüttungstermin mit (cum) und ohne (ex) Dividende im Kreis gehandelt wurden, um die doppelte Erstattung einer nur einmal abgeführten Kapitalertragsteuer zu erreichen. De Bank soll laut der Zeitung mit den dubiosen Aktiendeals bis 2009 mehr als eine Milliarde Euro Dividenden pro Jahr generiert haben.

Es ist die zweite Razzia bei einer Bank innerhalb weniger Tage, die von der Staatsanwaltschaft Köln im Cum-Ex-Komplex durchgeführt wird. In der vergangenen Woche waren die Ermittler bereits bei der Bank of America vorstellig geworden. Neben den Banken haben sie dabei auch an den Geschäften beteiligte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Visier.

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