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Knapp Tausend Kunden der Sparkasse Trier droht die Kündigung wegen Gebührenstreits

Die Bilanzsumme der Sparkasse Trier wuchs trotz eines turbulenten Jahres leicht. Ebenso das Kreditvolumen. Die Bank kämpft jedoch um die Kunden, die einer Gebührenerhöhung noch nicht zugestimmt haben - dafür bleiben ihr noch zwei Wochen.

Zentrale der Sparkasse Trier | Foto: Sparkasse Trier - Marion Mülhause

Zufiedenstellend. Das ist das Wort, mit dem der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Trier, Peter Späth, das Geschäftsjahr 2021 zusammenfasst. Mit anderen Worten: Es hätte besser laufen können. Angesichts Corona und der Flutkatastrophe im Sommer, die zwei Filialen überschwemmte, aber auch deutlich schlechter.

Das untermauert unsere Rolle als Motor des deutschen Mittelstands.

Peter Späth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier

So stieg die Bilanzsumme um 0,6 Prozent auf 5,22 Mrd. Euro (Vj: 5,19 Mrd. Euro), das Volumen der Kundenkredite um 2,4 Prozent auf 4,14 Mrd. Euro (Vj: 4,04 Mrd. Euro). "Das untermauert unsere Rolle als Motor des deutschen Mittelstands", sagte Späth während der Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2021. Weiterhin stark gewachsen seien auch die Immobilienkredite.

Die Flutkatastrophe, die zwei Filialen der Sparkasse Trier überschwemmte, ging zumindest finanziell glimpflich für die Bank aus: Den Schaden von 380.000 Euro übernimmt laut Späth die Versicherung.

Verlangsamt hat sich dagegen das Einlagenvolumen. "Das war strategisch auch so gewollt und ist auf die Einführung von Verwahrentgelten zurückzuführen." Diese (0,5 Prozent) erhebt die Bank auf Sichteinlagen und Spareinlagen von 25.000 Euro. Zusammengefasst ergeben sich Späth zufolge für einen Single einen Freibetrag von 50.000 Euro und für Ehepaare 100.000 Euro (50.000 Euro auf Sichteinlagen und 50.000 Euro auf Spareinlagen).

Die Briefe werden aus verschiedenen Gründen ignoriert, landen in der Mülltonne oder die Kunden sind der deutschen Sprache nicht mächtig.

Peter Späth

Zu den Zahlen, wie viel die Bank mit den Negativzinsen eingenommen und wie viel davon an die EZB gezahlt wurde, wollte Späth sich nicht äußern. Ebensowenig wie zum Zins- und Provisionsüberschuss oder den Aufwendungen.

Auch das Thema Gebührenerhöhung beschäftigt die Sparkasse Trier. So gebe es noch mehr als 1000 Kunden, die nicht zugestimmt hätten. "Wir hoffen, dass wir einige in den kommenden zwei Wochen noch erreichen, um die Zahl ins Dreistellige zu drücken." Diese Kunden seien nicht per se gegen die Gebührenerhöhung, sagte Späth. "Die Briefe werden aus verschiedenen Gründen ignoriert, landen in der Mülltonne oder die Kunden sind der deutschen Sprache nicht mächtig."

Erreiche die Bank diese Menschen nicht in den kommenden 14 Tagen, werde es ernst. "Dann werden wir diese Konten kündgen."

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