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Die deutschen Immobilienpreise setzen ihren Höhenflug fort

Der Preisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) sieht vor allem Wohnimmobilien, aber auch wieder Büroimmobilien als Preistreiber. Alles in allem stagnieren die Gewerbeimmobilienpreise immer noch.

VDP-Geschäftsführer Jens Tolckmitt | Foto: Verband deutscher Pfandbriefbanken

Die Immobilienpreise in Deutschland sind im Schlussquartal 2021 zusammengenommen um 8,4 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2020 gestiegen. Das zeigt der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp).

Größter Preistreiber waren mit einem Plus von 10,7 Prozent Wohnimmobilien. Die Preise für Gewerbeimmobilien erreichten erstmals seit Ende 2020 wieder ein leichtes Plus vom 0,3 Prozent. Treiber dieser Entwicklung waren die Büroimmobilienpreise, die im Schlussquartal 2021 um 2,1 Prozent anzogen. Das Sorgenkind am Markt, die Einzelhandelsimmobilien gaben dagegen um 4,1 Prozent nach – wie auch schon in den Quartalen zuvor.

Der Büroimmobilienmarkt hat sich zuletzt spürbar erholt.

Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp

"Die Covid-19-Pandemie konnte den weiteren Preisanstieg am Immobilienmarkt in Deutschland nicht aufhalten", sagte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp, in einer Mitteilung. Im Gegenteil: Die Preise stiegen weiter, speziell bei Wohnimmobilien, erstmals seit einem Jahr auch wieder die der Gewerbeimmobilien. "Der Büroimmobilienmarkt hat sich zuletzt spürbar erholt", so Tolckmitt weiter.

Neben der nach wie vor hohen Nachfrage nach Wohnimmobilien, die auf das anhaltend niedrige Zinsumfeld zurückzuführen sei, spielten auch die im Jahr 2021 nach Ansicht des Lobbyisten deutlich erhöhten Baupreise, die Baumaßnahmen verteuerten, eine wesentliche Rolle.

Erhebliche Herausforderung für die Bundesregierung

Die als Folge von Lieferengpässen und der begrenzten Baukapazitäten dynamische Entwicklung der Baupreise stelle überdies eine erhebliche Herausforderung für das Ziel der Bundesregierung dar, 400.000 Wohnungen pro Jahr, davon 100.000 Sozialwohnungen, neu zu bauen, so Tolckmitt.

Die Immobilienpreise werden zwar noch weiter steigen, aber wir rechnen mittelfristig mit einem Abflachen der Preisdynamik.

Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp

Mit Blick auf die nächsten Jahre rechnet Tolckmitt zunächst mit einer Fortsetzung der aktuellen Entwicklung: "Die Immobilienpreise werden zwar noch weiter steigen, aber wir rechnen mittelfristig mit einem Abflachen der Preisdynamik", sagte er in der Mitteiung. "Denn bei den Zinsen haben wir erkennbar den Boden erreicht - und auch Mieten können nicht unbegrenzt steigen"

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