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"Ich lasse mich nicht einschüchtern", sagt Asoka Wöhrmann

Der CEO der Deutsche-Bank-Tochter DWS nutzt die Bilanzpressekonferenz für eine Klarstellung in Sachen Greenwashing. Vorstandschef Sewing stellt sich hinter ihn.

DWS-Chef Asoka Wöhrmann | Foto: picture alliance/dpa/Reuters Images Europe/Pool | Hannibal Hanschke

DWS-Chef Asoka Wöhrmann hat nach Berichten über angebliche Fehler bei der Unternehmensführung und im Zusammenhang mit nachhaltigen Investments alle Anschuldigungen zurückgewiesen. "Seit April vergangenen Jahres waren DWS und ich selbst Ziel von vielerlei Angriffen", sagte Wöhrmann bei der Online-Bilanzpressekonferenz der Deutschen-Bank-Tochterfirma.

Ich weise alle diese Vorwürfe und Unterstellungen ausdrücklich zurück.

Asoka Wöhrmann, CEO, DWS

Diese Attacken zielten sowohl auf den Ruf der DWS als auch auf seine eigene Reputation und auch sein Wohlergehen ab. "Ich weise alle diese Vorwürfe und Unterstellungen ausdrücklich zurück", betonte Wöhrmann. Sie sollten ihn offenkundig treffen. "Ich lasse mich aber nicht einschüchtern und von meiner Arbeit abhalten."

Greenwashing-Verdacht und juristischer Ärger

Die DWS war im vergangenen Jahr mit dem Vorwurf des "Greenwashings" in die Schlagzeilen geraten. Hintergrund waren Anschuldigungen der ehemaligen Leiterin des Unternehmensbereichs Nachhaltigkeit, Desiree Fixler, der Vermögensverwalter sei zu lax mit Kriterien bei nachhaltigen Investments umgegangen.

Die US-Börsenaufsicht und die deutsche Finanzaufsicht BaFin schalteten sich Insidern zufolge ein. Inzwischen hat das Arbeitsgericht Frankfurt die Klage Fixlers gegen ihre Kündigung zurückgewiesen. Wöhrmann begrüßte die Entscheidung des Gerichts.

Arbeitsgericht weist Klage von Ex-DWS-Nachhaltigkeitschefin ab 

Wöhrmann hatte in den vergangenen Monaten mehrere anonyme Drohbriefe mit zum Teil rassistischen Beleidigungen erhalten. Der Manager mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde 1965 in Sri Lanka geboren. In den vergangenen Tagen kamen weitere Medienberichte auf, in denen Wöhrmann Fehlverhalten im Zusammenhang mit Standards der Unternehmensführung vorgeworfen wird. Diese hängen nicht mit den von DWS schon seit langem zurückgewiesenen Anschuldigungen rund um ESG-Investments zusammen.

Asoka Wöhrmann erhielt rassistische Drohbriefe 

Gerade solche Anlageprodukte, die besonderen Ansprüchen an Umweltschutz, Sozialstandards und gute Unternehmensführung (ESG) genügen sollen, hatten zuletzt bei der DWS Hochkonjunktur. "Unsere Kunden haben gesprochen", sagte Wöhrmann dazu. "Ihr Engagement trotz all dieser unbegründeten Anschuldigungen ist bemerkenswert." Es zeige das Vertrauen, das die DWS bei den Kunden genieße.

DWS erwirtschaftet Rekordgewinn

ESG-Produkte machten im vergangenen Jahr 40 Prozent der gesamten Nettomittelzuflüsse von 47,7 Mrd. Euro aus, wie DWS mitteilte. Das Unternehmen fuhr 2021 einen Rekordgewinn von über 1 Mrd. Euro ein.

Deutsche-Bank-Fondstochter DWS fährt Milliardengewinn ein

Auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing wurde auf der Jahrespressekonferenz zu möglichem Fehlverhalten Wöhrmanns befragt. Was das Greenwashing angehe, hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben. Auf Medienberichte, Wöhrmann habe seine private E-Mail für geschäftliche Mitteilungen genutzt, wollte Sewing nicht öffentlich eingehen. Die Deutsche Bank ist nach der Abspaltung noch mit rund 79,5 Prozent an dem Vermögensverwalter beteiligt.

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