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Credit Suisse rutscht im vierten Quartal tiefer in die roten Zahlen

Für Rechtsstreitigkeiten muss das Schweizer Institut Rückstellungen einerseits in Höhe von 500 Mio. Franken bilden. Immobilienverkäufe spülten auf der anderen Seite 225 Mio. Franken in die Kassen.

Axel Lehmann, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse | Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Uncredited

Die von Affären und Führungsproblemen geplagte Großbank Credit Suisse kommt nicht zur Ruhe. Kosten für juristische Auseinandersetzungen drückten die zweitgrößte Schweizer Bank im Schlussquartal 2021 tiefer in die roten Zahlen als bislang in Aussicht gestellt. Das Institut gab eine neue Rückstellung in Höhe von 500 Mio. Franken (484 Mio. Euro) für Rechtsstreitigkeiten bekannt.

Bereits im November hatte die Credit Suisse gewarnt, dass wegen einer Wertberichtigung von rund 1,6 Mrd. Franken auf die Investmentbank im Zeitraum Oktober bis Dezember unter dem Strich ein Verlust droht. Etwas abgemildert wurde das Minus durch Immobilienverkäufe, die 225 Mio. Franken hereinspülten.

Vor Steuern und ohne Wertberichtigung ausgeglichen

Vor Steuern und unter Ausschluss der Wertberichtigung rechnet die Bank im vierten Quartal in etwa mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Die Investmentbank habe einen Verlust geschrieben, erklärte die Credit Suisse. In der Vermögensverwaltung kam es zu einem leichten Geldabfluss, was jedoch durch Neugeldzuflüsse im Asset Management mehr als ausgeglichen wurde. Sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Investmentbanking seien die Handelserträge zurückgegangen.

Die Bank begründete das einerseits mit der üblichen saisonalen Abschwächung und andererseits mit einer Abkühlung des Handelsbooms in den Jahren 2020 und 2021. Auch US-Großbanken hatten zuletzt darauf hingewiesen, dass der enorme Anstieg der Handelsvolumen während der Corona-Pandemie, der den Banken hohe Gebühreneinnahmen bescherte, allmählich nachlasse.

Hedgefonds Archegos und Greensill-Fonds wirken nach

Das Institut kämpft mit den Nachwirkungen der milliardenschweren Fehlschläge mit dem Hedgefonds Archegos und den Greensill-Fonds. Vergangene Woche trat nach nur acht Monaten im Amt Verwaltungsratspräsident Antonio Horta-Osorio wegen Verstößen gegen Quarantäne-Regeln zurück. Sein Nachfolger Axel Lehmann will nun wieder Ruhe in die Bank bringen.

Die Quote des harten Kernkapitals (CET1) dürfte der Credit Suisse zufolge zum Jahresende 2021 das angepeilte Ziel von 14 Prozent übertreffen. Die Leverage-Ratio (Tier 1) dürfte über sechs Prozent liegen. Die Bank will den ausführlichen Jahresabschluss am 10. Februar veröffentlichen.

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