FinanzBusiness

BVR wertet Renditeanstieg bei Bundesanleihe als Zeichen für Zinsnormalisierung

Am Mittwoch war die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erstmals in über zweieinhalb Jahren über die Nulllinie gestiegen. Auch der Bankenverband sieht positive Effekte - unter anderem durch die jüngst angekündigte Zinswende in den USA.

Marija Kolak, Präsidentin des BVR. | Foto: BVR

Die Bankenbranche wertet den Renditeanstieg über die Nulllinie bei der richtungsweisenden Bundesanleihe als Anzeichen für eine Normalisierung der Zinsen. Maßgeblich dafür dürften nachlassende Pandemie- und Konjunktursorgen an den Finanzmärkten sowie die von der US-Notenbank Fed vorbereitete Zinswende sein, erklärte Gerit Vogt, Volkswirt des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Grundsätzlich begrüße der BVR die Normalisierung des Zinsumfelds. "Dies trägt dazu bei, die allgemeinen Risiken für die Finanzmarktstabilität etwa mit Blick auf die Immobilienmärkte zu vermindern."

BdB sieht positiven Effekt durch US-Zinswende

Aus Sicht des Bankenverbandes BdB war der Anstieg der Kapitalmarktzinsen nach der angekündigten Zinswende in den USA und dem Inflationsschub im Euro-Raum zu erwarten.

"Wir halten es allerdings für erforderlich, dass nun auch die Geldpolitik im Euroraum einen Fahrplan zur 'Normalisierung' der Leitzinsen aufstellt", sagte eine BdB-Sprecherin. Auf diese Weise könne die Europäische Zentralbank das Risiko von größeren Unsicherheitszuschlägen beim Kapitalmarktzins vermeiden. "Gleichzeitig könnte sie damit für eine behutsame und moderate Entwicklung der langfristigen Zinsen sorgen."

Auch Reinhold Rickes, Chefvolkswirt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), sieht nun die EZB am Zug. Die Märkte reagierten auf die weltweit steigende Inflation und Ankündigungen von Notenbanken wie der Fed in den USA oder der Bank of England, die Zinserhöhungen in Aussicht stellen. "Dem darf sich die EZB bei ihren anstehenden Entscheidungen nicht entgegen stellen."

Rendite der Bundesanleihe über Null-Prozent-Marke

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe war am Mittwoch erstmals seit Anfang Mai 2019 wieder über die Marke von null Prozent gestiegen. Sie rentierte zuletzt bei plus 0,017 Prozent. Wegen der Aussicht auf baldige Zinserhöhungen in den USA stieg auch die Rendite der vergleichbaren US-Staatsanleihe an.

Die Fondsgesellschaft Union Investment rechnet mit einem weiteren Renditeanstieg - wenn auch nur in moderatem Maße. Christian Kopf, Leiter Portfoliomanagement Renten bei der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken geht davon aus, dass die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen bis zum Jahresende auf 0,2 Prozent klettern wird und die Kurse der Bundesanleihen entsprechend weiter fallen dürften. 

Mehr von FinanzBusiness

Süddeutschlands größte Volksbank bekommt grünes Licht

Die Volksbanken Karlsruhe Baden-Baden und Pforzheim sowie die VR Bank Enz plus können ihre Dreierfusion wie geplant durchziehen. Der Vorstand der künftigen `Volksbank pur` wird nach Informationen von FinanzBusiness aus sechs Mitgliedern bestehen.

Die BaFin zwitschert jetzt

Auf Linkedin und auf Twitter sind die Finanzaufseher seit Kurzem vertreten. Inhaltlich geht es um Verbraucheraufklärung und darum, die Aufsichtsarbeit zu erklären - aber auch um Recruitmentzwecke.

PBB-Hauptversammlung billigt Dividendenerhöhung

Es ist nach Angaben des Instituts die höchste Dividende seit dem Börsengang im Jahr 2015. Das geplante Vorsteuerergebnis von 200 Mio. bis 220 Mio. Euro hatte Vorstandschef Andreas Arndt zuvor unter Vorbehalt bestätigt.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen