FinanzBusiness

Deutsche Banken sollen 22 Milliarden Euro zusätzliche Kapitalpuffer bilden

Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geben den Instituten bis 2023 Zeit, die Gelder zurückzulegen. Aus Furcht vor einem heißlaufenden Immobilienmarkt müssen Kredite in diesem Bereich besonders abgesichert werden.

BaFin-Chef Mark Branson | Foto: BaFin / Maurice Kohl

Wegen steigender Risiken auf dem Finanzmarkt sollen die deutschen Banken wieder zusätzliche Kapitalpuffer anlegen. Das sei eine präventive Maßnahme, derzeit sei der Finanzsektor nach wie vor sehr widerstandsfähig, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Mittwoch. Der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Mark Branson, betonte:

Mit Blick auf die Finanzstabilität ist es jetzt Zeit, in den Präventionsmodus zu wechseln.

BaFin-Präsident Mark Branson

"Mit Blick auf die Finanzstabilität ist es jetzt Zeit, in den Präventionsmodus zu wechseln." Grundlage der Entscheidung sind laut BaFin Analysen des Ausschusses für Finanzstabilität (AFS) und des European Systemic Risk Boards (ESRB). Konkret sollen die Banken einen sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer von 0,75 Prozent aufbauen. Dieser Puffer war im Zuge der Pandemie auf null Prozent gesenkt worden, davor betrug er 0,25 Prozent.

Puffer soll Widerstandsfähigkeit erhöhen

Grundsätzlich soll der Kapitalpuffer die Widerstandsfähigkeit von Banken in Krisenzeiten erhöhen. Zusätzlich soll ein neuer Puffer eingeführt werden, der spezifisch Wohnimmobilien-Kredite absichert. Hier sollen die Banken zwei Prozent zurücklegen.

Der Immobilienmarkt drohe derzeit heißzulaufen, sagte Branson. Preise für Häuser und Wohnungen stiegen zuletzt deutlich, es gibt viele Kredite mit langen Laufzeiten, die das Finanzsystem verwundbar gegenüber Zinsänderungen machen. Man werde genau beobachten, wie sich die Standards der Kreditvergabe entwickelten, kündigte der BaFin-Chef an.

Finanzmarkt ist verwundbarer geworden

Als weitere Risiken nannte Buch etwa Zinsänderungen. Sollten die Zinsen abrupt steigen, wären die Banken stark betroffen: Ihre Refinanzierungskosten stiegen dann schnell, die Einnahmen wegen der lange laufenden Kredite aber nur langsam. Insgesamt sei der Finanzmarkt zuletzt verwundbarer geworden.

Die Banken werden durch diese beiden Maßnahmen nicht über Gebühr strapaziert.

BaFin-Präsident Mark Branson


"Die Banken werden durch diese beiden Maßnahmen nicht über Gebühr strapaziert", betonte Branson. Beim antizyklischen Kapitalpuffer gehe es um eine Summe von 17 Mrd. Euro, beim sektoralen Puffer um 5 Mrd. Euro. Die meisten Banken hätten dafür genügend Kapital, nur wenig müsse neu akkumuliert werden. Außerdem hätten die Banken bis Februar 2023 Zeit, den Puffer aufzubauen. "Wir erwarten daher keine Kreditverknappung", sagte Branson.

Mehr von FinanzBusiness

Die schönen Seiten des Home-Office

Der schicke Anzug an der Garderobe verstaubt. Doch wie leger darf es im Heimbüro wirklich sein? Linda Kaiser, Stil- und Imageberaterin sowie BWL-Professor Volker Nürnberg geben im Gespräch mit FinanzBusiness einen Einblick.

Matthias Schellenberg wird Vorstandschef der Apobank

Bei M.M. Warburg, seiner letzten Station, hielt es ihn nur kurz - jetzt geht der 57-Jährige zur Apobank. Ab März soll er dort die Nachfolge von Ulrich Sommer antreten, der im Dezember sein Amt per sofort niedergelegt hatte.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Finanzjob