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Ex-Bankier und Milliardenerbe August von Finck ist gestorben

Der Sohn der Unternehmerfamilie von Finck war Miteigentümer der Münchner Privatbank Merck Finck & Co, die 1990 an Barclays verkauft wurde. Er erbte ein Milliardenvermögen, galt aber unter anderem aufgrund von Parteispenden auch als umstritten.

August Baron von Finck im Jahr 2009. | Foto: picture-alliance/ dpa | Ursula Düren

Der deutsche Milliardär August von Finck junior ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das bestätigte sein langjähriger Mitarbeiter und enger Freund Carl-August Ritter von Rohrer laut eines Berichts des "Münchner Merkur". Am Samstag erschienen in der "Neuen Zürcher Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" Todesanzeigen der Familie.

Der Unternehmer starb nach diesen Angaben bereits am 29. November. Die Trauerfeier habe im engsten Kreis stattgefunden. Er war der zweite von vier Söhnen von August von Finck senior. Von Finck lebte seit vielen Jahren in der Schweiz, darunter auf Schloss Weinfelden im Kanton Thurgau am Bodensee. Er zählte zu den reichsten Deutschen.

Verkauf von Merck Finck im Jahr 1990

Der Unternehmerfamilie von Finck gehörte früher unter anderem die Münchner Privatbank Merck Finck & Co, die 1990 an die britische Bank Barclays verkauft wurde - das sorgte schließlich für einen Konflikt mit einem seiner Brüder, wie die "Börsen-Zeitung" in der Samstagsausgabe zu seinem Tod schreibt. Mittlerweile gehört Merck Finck zur Privatbank Quintet.

Schlagzeilen als Parteispender

August von Finck erbte ein Milliardenvermögen und investierte in mehrere Firmen in der Schweiz. Zeitweise war er Hauptaktionär der Hotel- und Gastronomiegruppe Mövenpick. In diesem Zusammenhang machte er Schlagzeilen als Parteispender, schreibt die Börsen-Zeitung weiter. Von Finck unterstützte zunächst die FDP und die CSU mit hohen Beträgen. Nachdem die schwarz-gelbe Koalition in Berlin, die zwischen 2009 und 2013 regierte, die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen reduziert hatte, war in der Öffentlichkeit von einer "Mövenpick-Steuer" die Rede.

Im März dieses Jahres berichtete die "Süddeutsche Zeitung", dass Finck dem früheren CSU-Politiker und Münchner Rechtsanwalt Peter Gauweiler insgesamt 11 Mio. Euro für Beratertätigkeiten gezahlt habe. Angeblich finanzierte er damit Gauweilers Klagen unter anderem gegen die Griechenland-Rettungsschirme.

Von Finck hinterlässt eine Ehefrau und vier erwachsene Kinder.

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