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Jamie Dimon macht Witz auf Kosten Chinas - und rudert anschließend zurück

Der CEO von JP Morgan - der systemrelevantesten Bank der Welt - begab sich auf dünnes Eis, indem er in einem US-Interview eine flapsige Bemerkung zur kommunistischen Partei Chinas machte. Nun hat er sich offen dafür entschuldigt.

Jamie Dimon | Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Michel Euler

Jamie Dimon, CEO der größten US-amerikanischen Bank JP Morgan, ist nach einer flapsigen Bemerkung zur kommunistischen Partei Chinas zurückgerudert. "Ich bedauere das und hätte diese Kommentare nicht machen sollen", sagte Dimon.

Kritik an Überwachungsstaat

Er hatte in einem Interview am Boston College die Bemerkung fallen gelassen, dass die kommunistische Partei ihr hundertjähriges Bestehen feiere, genau wie JP Morgan. "Ich würde eine Wette abschließen, dass wir länger bestehen werden," hatte er hinzugefügt. In China könne er dies nicht sagen. "Wahrscheinlich hören sie sowieso zu." JP Morgan ist seit 1921 in China tätig. In dem Jahr wurde auch die kommunistische Partei Chinas gegründet.

Er habe die Stärke und Langlebigkeit des Bankkonzerns betonen wollen, sagte Dimon zu seiner Verteidigung. China steht weit oben auf der regionalen Agenda von JP Morgan. Erst im August hatte der Finanzkonzern dort von Peking als erstes Geldhaus die Genehmigung erhalten, ein Wertpapierhandelsgeschäft vollständig im Eigenbesitz zu betreiben. Der Schritt wurde als Meilenstein für die Öffnung der Kapitalmärkte Chinas gewertet.

Chinesisches Außenministerium gibt sich unbeeindruckt

China reagierte bisher noch nicht wirklich auf die Äußerungen Dimons. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte am Mittwoch lediglich zur Agentur Bloomberg auf eine entsprechende Frage: "Ist es wirklich notwendig, solche Bemerkungen zu zitieren, die nur die Aufmerksamkeit der Leute auf sich ziehen sollen?"

Wie dünn das Eis in China sein kann, bekam 2019 der Schweizer Bankkonzern UBS zu spüren. Damals hatte ein unüberlegter Kommentar eines Ökonomen der Bank zu höheren Verbraucherpreisen wegen einer in China grassierenden Schweine-Krankheit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Bemerkungen wurden als rassistisch interpretiert und die UBS in der Folge von einer Bond-Transaktion mit Staatsbeteiligung ausgeschlossen. Der UBS-Ökonom wurde damals beurlaubt. 

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