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Banken müssen Klimarisiken entschlossener angehen, fordern EZB-Aufseher

Alles in allem haben die Aufseher der EZB Nachholbedarf ausgemacht. Die Hälfte der Banken habe keine konkreten Maßnahmen geplant, um Klima- und Umweltrisiken in ihre Geschäftsstrategien zu integrieren.

Frank Elderson, stellvertrender Vorsitzender der EZB-Bankenaufsicht | Foto: EZB

Viele Großbanken im Euroraum gehen Klima- und Umweltrisiken für ihr Geschäft nach Ansicht von EZB-Aufsehern noch nicht entschlossen genug an. Anhand einer Analyse von 112 Geldhäusern kommen die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) zu dem Schluss, dass die Institute zwar "erste Schritte zur Einbeziehung klimabezogener Risiken unternommen haben".

Allerdings erfülle "keine Bank auch nur annähernd alle Erwartungen der Aufsichtsbehörden", bilanzierte die Bankenaufsicht.

Bemerkenswert ist, dass alle Banken, die der Ansicht waren, sie seien keinen klimabezogenen Risiken ausgesetzt, erhebliche Mängel bei der Bewertung ihrer Risiken aufwiesen.

EZB-Mitteilung

Die Hälfte der in der Analyse berücksichtigen Banken geht nach EZB-Angaben davon aus, dass Klima- und Umweltrisiken in den kommenden drei bis fünf Jahren einen wesentlichen Einfluss auf ihr Risikoprofil haben werden. "Bemerkenswert ist, dass alle Banken, die der Ansicht waren, sie seien keinen klimabezogenen Risiken ausgesetzt, erhebliche Mängel bei der Bewertung ihrer Risiken aufwiesen", schreibt die EZB.

Pläne vorhanden, aber noch Nachholbedarf

In der Summe sehen die Aufseher noch Nachholbedarf. Die Hälfte der Banken habe keine konkreten Maßnahmen geplant, um Klima- und Umweltrisiken in ihre Geschäftsstrategien zu integrieren. Fast alle Banken hätten zwar Pläne zur Verbesserung ihrer Praktiken entwickelt. "Die Qualität dieser Pläne ist jedoch sehr unterschiedlich, und die Fortschritte sind zu langsam."

Die Banken müssen sich dringend ehrgeizige und konkrete Ziele und Zeitpläne - einschließlich messbarer Zwischenziele - setzen, um ihre derzeitigen und künftigen Klima- und Umweltrisiken zu mindern

Frank Elderson, stellvertrender Vorsitzender der EZB-Bankenaufsicht

Der Vize-Chef der EZB-Bankenaufsicht, Frank Elderson, mahnte: "Die Banken müssen sich dringend ehrgeizige und konkrete Ziele sowie Zeitpläne - einschließlich messbarer Zwischenziele - setzen, um ihre derzeitigen und künftigen Klima- und Umweltrisiken zu mindern." Die Aufseher wollen solche Risiken schrittweise auch in ihre Vorgaben für Kapitalpuffer von Geldhäusern einbeziehen.

Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die größten Banken und Bankengruppen im Euroraum direkt. Derzeit sind dies 113 Institute, die für fast 82 Prozent des Marktes im Währungsraum der 19 Länder stehen.

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