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Wuermeling rät davon ab, Geldhäusern "grüne" Geschäftsmodelle vorzuschreiben

Aufseher sollten aus Sicht des Bundesbank-Vorstands Abstand davon nehmen, Banken aktiv in Richtung vermeintlich grünerer Geschäftsmodelle zu lenken.

Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling | Foto: Deutsche Bundesbank

Finanzaufseher sollten aus Sicht von Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling den Geldhäusern keine "grünen" Geschäftsmodelle vorschreiben.

"Das läge außerhalb unseres Mandats, das darin besteht, Banken gesund und sicher zu halten", sagte Wuermeling heute auf dem Finanzkongress Euro Finance Week in Frankfurt.

Wenn wir von Banken nur möchten, dass sie grüner werden, aber dies bedeutet, dass Banken angehalten werden, in potenziell riskante Vermögenswerte zu investieren, dann würden wir womöglich sogar unseren Auftrag zur Wahrung von Finanzstabilität untergraben.

Joachim Wuermeling, Vorstand, Deutsche Bundesbank

"Wenn wir von Banken nur möchten, dass sie grüner werden, aber dies bedeutet, dass Banken angehalten werden, in potenziell riskante Vermögenswerte zu investieren, dann würden wir womöglich sogar unseren Auftrag zur Wahrung von Finanzstabilität untergraben," warnte er.

Aufseher sollten aus Sicht des Bundesbank-Vorstands daher Abstand davon nehmen, Banken aktiv in Richtung vermeintlich grünerer Geschäftsmodelle zu lenken. Er sei erfreut darüber, dass die Finanzindustrie beim Thema Klimawandel Verantwortung übernehme. "Aber ich warne: Sie sollte gleichwohl nicht überlastet werden. Und das gleiche trifft auch auf Aufseher zu."

Auf der Klimakonferenz in Glasgow hatten sich unlängst fast 200 Staaten nach langem Ringen am Samstagabend auf eine Abschlusserklärung verständigt, nach der die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden soll. Allerdings würden die bisherigen Klimazusagen der Staaten Expertenschätzungen zufolge den globalen Temperaturanstieg nur auf etwa 2,4 Grad Celsius begrenzen.

Auf Linie mit Weidmann

Wuermelings Haltung deckt sich mit der Sicht seines Chefs. Auch der scheidende Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat sich in der Vergangenheit wiederholt dafür ausgesprochen, der Europäischen Zentralbank klare Grenzen für ihren Handlungsspielraum beim Thema Klima- und Umweltschutz vorzugeben.

"Jens Weidmann ist ein Euromantiker" 

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