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Verdi bestreikt Sorten- und Edelmetallhandel der BayernLB

Der Sorten- und Edelmetallhandel am Standort Nürnberg wurde nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch lahm gelegt. Die Warnstreiks bei den öffentlichen Banken sollen punktuell fortgesetzt werden, sagte der stellvertretende Verhandlungsführer Stefan Wittmann FinanzBusiness.

Stefan Wittmann, stellvertretender Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi | Foto: privat

(Aktualisiert: Details zu weiteren Warnstreiks)

Die Gewerkschaft Verdi hat eigenen Angaben zufolge den Sorten- und Edelmetallhandel der BayernLB lahm gelegt. Mit dem ganztägigen Warnstreik will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber bei den öffentlichen Banken erhöhen.

Unser Ziel ist es, dass wir die Gespräche über die neue Entgeltstruktur und die Lohnanpassung in den Verhandlungen entkoppeln.

Stefan Wittmann, stellvertretender Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi

"Unser Ziel ist es, dass wir die Gespräche über die neue Entgeltstruktur und die Lohnanpassung in den Verhandlungen entkoppeln", sagte der stellvertretende Verdi-Verhandlungsführer Stefan Wittmann FinanzBusiness.

Die im Verband Öffentlicher Banken (VÖB) organisierten Arbeitgeber haben es sich zum Ziel gesetzt, das jahrzehntealte Tarifwerk zu modernisieren. Erst dann wollen sie über eine Gehaltserhöhung verhandeln.

"Es geht nicht darum, zu sparen", sagt Gunar Feth

Wittmann indes schwebt der umgekehrte Weg vor: "Auch wir haben ein Interesse an der Modernisierung der Entgeltsstrultur. Aber das bekommen wir nicht bis Weihnachten hin. Dafür liegen wir zu weit auseinander. Das braucht seine Zeit", sagte Wittmann FinanzBusiness. Darum plädiert Verdi für eine Entkopplung. Eben das lehnt VÖB-Verhandlungsführer Gunar Feth aber ab.

Wir werden in diesem Jahr eine Teuerung von fünf Prozent haben. Der durchschnittliche Angestellte in den öffentlichen Banken verdient 40.000 Euro im Jahr. Die Einmalzahlung müsste also mindestens 2000 Euro ausmachen.

Stefan Wittmann, stellvertretender Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi

Um diese Zeit zu überbrücken, hatte Feth eine Einmalzahlung ins Spiel gebracht. "Die müsste angesichts der Inflation aber klar vierstellig sein", sagte Wittmann im Gespräch mit FinanzBusiness und rechnet vor: "Wir werden in diesem Jahr eine Teuerung von fünf Prozent haben. Der durchschnittliche Angestellte in den öffentlichen Banken verdient 40.000 Euro im Jahr. Die Einmalzahlung müsste also mindestens 2000 Euro ausmachen."

65 Prozent Streikbeteiligung

An dem ganztägigen Warnstreik am Mittwoch bei der BayernLB haben sich Wittmann zufolge 65 Prozent der Beschäftigten im Sorten- und Edelmetallhandel beteiligt. "Keine Order wurde angenommen, es fand keine Abwicklung statt", sagte Wittmann FinanzBusiness.

Ein Sprecher der BayernLB bestätigte FinanzBusiness den Warnstreik: "Wir haben unsere Kunden bereits am Montag über mögliche Auswirkungen informiert." Über die genauen Auswirkungen des Arbeitskampfes machte er keine Angaben.

Weitere Nadelstiche sollen folgen

Wittmann sagte, Verdi wolle die nadelstichartigen Warnstreiks fortsetzen. Bereits am Montag habe es Warnstreiks in den sechs Sparkassen an der Saar gegeben. Hier lag die Beteiligung der Belegschaft bei rund 50 Prozent.

Verdi und DBV auf der einen und der VÖB auf der anderen Seite verhandeln für 60.000 Mitarbeiter in den öffentlichen Banken. Dazu gehören neben den Landes- und Förderbanken auch die Sparkassen im Saarland sowie einige freie Sparkassen, wie die Haspa, die Naspa und die Frankfurter Sparkasse.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer wollen sich in der kommenden Woche zur dritten Runde an einen Tisch setzen. Beide Seiten haben in diesem Jahr aber auch schon Ergebnisse erzielt, als sie sich auf einen Nachwuchskräftetarifvertrag geeinigt haben.

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