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Immobilienblasenrisiko ist in Frankfurt am größten

Die Coronakrise hat gezeigt: Mobiles Arbeiten ist möglich - das wirkt sich auch auf die Wahl des Wohnortes aus. Und ist einer der Gründe, weshalb Frankfurt die Liste der am gefährdetsten Städte anführt.

Wohnhäuser mit Frankfurter Skyline im Hintergrund | Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Das Immobilienblasenrisiko ist in Frankfurt weltweit am höchsten - gefolgt von Toronto und Hongkong. Das geht aus dem aktuellen UBS Global Real Estate Bubble Index hervor.

Keine andere Stadt der Welt ist dem Risiko einer Immobilienblase so stark ausgesetzt wie Frankfurt.

Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege UBS Deutschland

"Keine andere Stadt der Welt ist dem Risiko einer Immobilienblase so stark ausgesetzt wie Frankfurt", sagt Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege für UBS in Deutschland. "Gerade Investoren, die aus Renditeüberlegungen Käufe in diesen Regionen Deutschlands erwägen, sollten derzeit Vorsicht walten lassen." Auch in München bleibe das Risiko auf hohem Niveau, ist aber im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Das inflationsbereinigte Preiswachstum bei Wohneigentum hat sich von Mitte 2020 bis Mitte 2021 im Durchschnitt in allen untersuchten Städten auf 6 Prozent beschleunigt. Das ist die höchste jährliche Zunahme seit 2014.

Hot-Spot für spekulative Buy-to-Let Investitionen

In Frankfurt haben sich die realen Wohnungspreise jedes Jahr seit 2016 um durchschnittlich zehn Prozent erhöht. Die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot, was steigende Mieten von fast drei Prozent jährlich zur Folge hat. Im gleichen Zuge haben die günstigen Kreditangebote dafür gesorgt, dass die Stadt zu einem Hotspot für spekulative Buy-to-Let Investitionen entwickelt hat. Ein weiterer Treiber für die Preisinflation  waren die Bautätigkeiten im Luxussegment.

Vororte als Alternativen

Allerdings: Aufgrund des immer unerschwinglicher werdenden Wohnraums suchen viele Menschen Alternativen. Durch flexibles Arbeiten ist es nicht mehr unbedingt nötig, nahe an den Arbeitsplatz zu ziehen. Aus diesem Grund sei das Bevölkerungswachstum in der Stadt vorerst zum Stillstand gekommen. Der Drang in die Vororte sei auch am Main zu beobachten.

Die Menschen arbeiten vermehrt in den Randbezirken und Satellitenstädten, weshalb die Nachfrage nach Wohneigentum in den Großstädten schwindet. Das spiegelt sich auch in den Preisen wieder. So sind erstmals seit Beginn der 1990er-Jahre die Preise für Wohnimmobilien in nicht-städtischen Gebieten schneller gestiegen als in den Städten. Das schmälert die die Aussichten auf einen nahezu garantierten Anstieg der Eigenheimpreise in den Städten.

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