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Fehlende ESG-Kompetenzen bei Bankern lassen Bewerber von außerhalb der Finanzbranche zum Zug kommen

Headhunter berichten von Akquise in unbekanntem Terrain. Mangels geeigneter Bewerber werden für Seniorpositionen auch Personen mit Juniorprofilen genommen.

Greta Thunberg von Fridays for Future in Berlin | Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopres

Die Finanzwirtschaft steht bei der Suche nach Fachpersonal mit ESG-Kompetenzen (Environment, Social, Governance) vor großen Herausforderungen, berichtet die Börsen-Zeitung. Dabei kommen auch Kandidaten aus Umweltorganisationen zum Zug.

"Auf der Junior-Ebene wird viel bei NGOs, Non-Governmental Organisations, gesucht, etwa bei Greenpeace oder bei Amnesty International. Diese potenziellen Kandidaten haben intrinsische Motive, kommen oft aus dem Marketing, der Projektarbeit oder dem Kampagnen-Management", beschreíbt Carsten Kröhl, Senior Client Partner bei Korn Ferry im Gespräch mit der Börsen-Zeitung die aktuelle Entwicklung.

Die Nachfrage nach ESG-Talenten wächst exponentiell.

Carsten Kröhl, Senior Client Partner bei Korn Ferry

"Die Nachfrage nach ESG-Talenten wächst exponentiell. Aktuell machen Stellensuchen mit klarem ESG-Bezug bei uns circa 40 % der Rekrutierung aus – Tendenz steigend", berichtet Kröhl.

Tiefes Verständnis für ESG-Regulierung

"Es geht vor allem darum, echte Business-Strategien für die Nachhaltigkeit zu entwickeln, die sich kommerzialisieren lassen. Und es geht um ein tiefes Verständnis für die ESG-Regulierung – diese verstehen nur wenige sehr gut", berschreibt der Headhunter das Anforderungsprofil.

Inhouse-Weiterentwicklung

Ingo Speich, Head of Sustainability and Corporate Governance bei Deka Investment, verweist auf den nötigen Bewusstseinswandel und damit einhergehende ESG-Schulungen, die mittlerweile in vielen Häusern verpflichtend geworden seien. Die HypoVereinsbank etwa bildet ihr Personal zusammen mit der European Business School zu zertifizierten Nachhaltigkeitsexperten aus.

Ein erheblicher Teil des benötigten Personals wird inhouse weiterentwickelt.

Karin Schambach, Gründerin und Geschäftsführerin, Indigo Headhunters

"Ein erheblicher Teil des benötigten Personals wird inhouse weiterentwickelt. Die ESG-Anforderungen sind ja kein Hexenwerk, wenn man das grundsätzliche Business schon kennt", sagt Karin Schambach, Gründerin und Geschäftsführerin des Personalvermittlers Indigo Headhunters.

So hatte etwa jüngst Franz Dohnal, Chief Sustainability Officer der BayernLB, im Gespräch mit FinanzBusiness in Aussicht gestellt, dass ab 2022 das Thema Nachhaltigkeit noch stärker im Weiterbildungsprogramm priorisiert werde.

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