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Commerzbank hat größtes CO2-Risiko unter Europas Banken

Die Commerzbank schneidet in einer Analyse als das europäische Institut mit der schlechtesten Klimabilanz ab. Allerdings fehlen in der Studie einige wichtige Banken, darunter auch die Deutsche Bank.

Das Logo des Commerzbank ist an einer Filiale in Sichtweite der Zentrale der Commerzbank. | Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Die Commerzbank AG hat im europäischen Vergleich das Kreditbuch mit der schlechtesten Klimabilanz. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Bezug auf eine Analyse der europäischen Institute durch die Jefferies Financial Group.

Demnach habe die Commerzbank zum einen das meiste Geld an Treibhausgas-Emittenten verliehen - gemessen an der Größe ihres gesamten Kreditbuchs. Zum anderen hat sie laut der Studie auch die meisten Kredite an Firmen vergeben, für die die Umstellung auf klimafreundliche Produktion besonders herausfordernd ist. "Es ist wichtig zu wissen, wer stärker exponiert ist und wer nicht, und in welche Richtung sich das entwickelt hat", sagte Joseph Dickerson, Analyst bei Jefferies in London, in einem Interview zu der Studie. "Das Klimarisiko kommt zu einem Stresstest in ihrer Nähe".

Bis 2050 klimaneutral

Erst im September hat die Commerzbank versprochen, bis 2050 CO2-neutral wirtschaften zu wollen und sich zu den Pariser Klimazielen bekannt. Zur Erreichung dieses Ziels plant die Bank, bis nächstes Jahr konkrete Zwischenziele festzusetzen.

Einen Kommentar zu der Jefferies-Analyse wollte die Commerzbank laut Bloomberg nicht abgeben. Die Nachrichtenagentur zitiert aber einen Sprecher mit dem Verweis darauf, das Kreditbuch des Instituts spiegele die Struktur der deutschen Volkswirtschaft wider, die Bank unterstütze zudem ihre Kunden beim Übergang zu einer nachhaltigen Produktion und kontrolliere die damit verbundenen Kreditrisiken genau.

Industrie als Kreditnehmer

Die Jefferies-Analyse macht als Grund für das hohe CO2-Risiko bei der Commerzbank den hohen Anteil der Industrieproduzenten unter den Kreditnehmern fest. Das gilt auch für die Zweit- und Drittplatzierten der Studie, die Intesa Sanpaolo und die Unicredit.

Die Deutsche Bank war nicht Teil von Jefferies Analyse und wurde deshalb in der Studie nicht berücksichtigtet. Ebenso fehlten die nicht börsennotierte Banken, daher wurden auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in der Studie ebenfalls nicht analysiert.

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