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Großrazzia gegen Geldwäsche in drei Bundesländern

Ermittler durchsuchten am Morgen Wohnungen und Büros in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Der Verdacht richtet sich gegen Mitglieder eines sogenannten Hawala-Netzwerkes.

Geldscheine und Handschellen (Symbolbild) | Foto: picture alliance / Zoonar

Bei einer Großrazzia gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität hat die Polizei am Mittwochmorgen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen Wohnungen und Büros durchsucht und zehn Haftbefehle vollstreckt.

Mehr als Tausend Polizeikräfte seien im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten, teilte die Polizei am Morgen mit. Die Ermittlungen richteten sich gegen Mitglieder eines international agierenden Geldwäsche-Netzwerkes. Nach dpa-Informationen ging es vor allem um die persönliche Bereicherung der Verdächtigen. Allerdings stehe auch der Verdacht der Terrorismusfinanzierung im Raum, hieß es am Morgen aus Sicherheitskreisen.

Hawala-Banking im Fokus

Ziel der Razzien sei es, Beweismittel und illegale Vermögenswerte zu beschlagnahmen, so die Polizei. Nähere Details wollte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Nachmittag bei einer Pressekonferenz bekanntgeben. "Noch läuft der Einsatz", sagte ein Sprecher am Morgen.

Eine Zentralstelle für die Verfolgung organisierter Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf führt laut Mitteilung die Ermittlungen, die sich gegen Mitglieder eines sogenannten Hawala-Netzwerkes richten. Beim Hawala-Banking können Kunden gegen eine Provision große Summen ins Ausland überweisen. Solche Finanztransfers sind in Deutschland nur mit Zustimmung der Bankenaufsicht erlaubt. 80 Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäftsobjekte seien durchsucht worden. Die Haftbefehle gegen zehn Beschuldigte seien im Vorfeld erwirkt und am Mittwoch vollstreckt worden, hieß es in der Mitteilung.

Mehr als 100 Mio. Euro illegal transferiert

Nach dpa-Informationen sollen die mutmaßlichen Geldschleuser mehr als 100 Millionen Euro aus illegalen Geschäften in die Türkei und nach Syrien transferiert haben. Das Geld soll aus dem Drogenhandel stammen und wenigstens teilweise in Syrien zur Terrorfinanzierung benutzt worden sein. Der WDR und die "Bild"-Zeitung hatten zuvor darüber berichtet.

Ausgangspunkt war laut Sicherheitskreisen ein Zufallsfund der Polizei. Beamte hatten bei einer Kontrolle auf der A61 300 000 Euro Bargeld versteckt in einem Turnbeutel gefunden. Nach dpa-Informationen handelt es sich um eines der größten Verfahren der vergangenen Jahre. In NRW waren bei den Durchsuchungen mit Schwerpunkt in Düsseldorf und Wuppertal auch SEK-Einheiten aus anderen Bundesländern beteiligt.

Um 11.30 Uhr wollen Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul und Justizminister Peter Biesenbach (beide CDU) bei einer Pressekonferenz über das Verfahren informieren.

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