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"Die Genehmigungen lagen relativ schnell vor", sagt Kai Friedrich

Ebase-Chef Kai Friedrich meldet Vollzug: Der Kauf des Wertpapiergeschäfts der Augsburger Aktienbank ist in trockenen Tüchern. Die Aschheimer Geschäftskundenbank übernimmt 175.000 Depots und einen Wertpapierbestand von etwa 20 Mrd. Euro.

Kai Friedrich, Sprecher der Geschäftsführung, Ebase | Foto: ebase

Seit über einem Jahr war es angekündigt, nun ist der Deal in trockenen Tüchern: Die European Bank for Financial Services (Ebase) sichert sich das Wertpapiergeschäft der Augsburger Aktienbank. Der Standort bleibt erhalten. Man behalte alle Mitarbeiter. Und nicht nur das: "Wir haben, um die große Kompetenz langfristig am Standort zu halten, auch extra ein Büro in Augsburg eröffnet“, sagt Ebase-Geschäftsführer Kai Friedrich im Gespräch mit FinanzBusiness.

Wir haben extra ein Büro in Augsburg eröffnet.

Der Sprecher der Ebase-Geschäftsführung, Kai Friedrich

Ziel ist und bleibt es laut Friedrich, "der führende Anbieter von digitalen B2B-Anlagelösungen für Finanzdienstleister und deren Kunden zu werden". Auf der einen Seite stehe das Team vor Ort und auf der anderen weiteres Volumen und neue Partner und Kunden. Nach der Fusion betreut das vor zwei Jahren gegründete Institut aus Aschheim bei München nach eigenen Angaben über 1 Mio. Kunden und hat rund 500 Mitarbeitende. Über den Verkauf war damals Stillschweigen vereinbart worden. Auch jetzt war Friedrich hierzu nichts zu entlocken.

Technische Migration birgt großen Aufwand

Dass zwischen der Ankündigung der Übernahme und dem Vollzug so viel Zeit vergangen ist, ist laut Friedrich nicht ungewöhnlich. „Die Genehmigungen, beispielsweise durch das Kartellamt, lagen relativ schnell vor."

Der deutlich größere Aufwand habe in der Vorbereitung und Durchführung der technischen Migration gelegen. "Zudem haben wir ja für rund 150 neue Kolleginnen und Kollegen Arbeitsplätze in Augsburg geschaffen, auch dies hat natürlich einiger Vorbereitung bedurft." 

Dass wir durch das BGH-Urteil [...] einen Zustimmungsprozess für die Kunden im Projekt aufgenommen haben, hat den Aufwand [...] gesteigert.

Der Sprecher der Ebase-Geschäftsführung, Kai Friedrich

Und noch etwas habe den Prozess in die Länge gezogen: "Dass wir durch das BGH-Urteil auch noch einen Zustimmungsprozess für die Kunden im Projekt aufgenommen haben, hat den Aufwand weiter gesteigert."

Produktkooperation mit der LVM-Versicherung geplant

Mit dem Abschluss sei auch eine langfristige Kooperation im Produktbereich mit der LVM-Versicherung, der Mutter der Augsburger Aktienbank, geplant. Die Geschäftskunden-Direktbank Ebase gehört seit 2019 der FNZ Gruppe, einem in London ansässigen Anbieter von digitalen B2B-Anlagelösungen für Finanzdienstleister, und verwaltet ein Kundenvermögen von rund 60 Mrd. Euro.

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