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Tarifverhandlungen für private Banken abgebrochen - Verdi kündigt Streiks an

Die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die rund 140.000 Mitarbeiter ist nach nur einer Stunde abgebrochen worden. Die Gewerkschaft Verdi will jetzt zu Streiks aufrufen.

Die Verhandlungsführer: Jan Duscheck von Verdi und Sabine Schmittroth vom AGV Banken. | Foto: picture alliance/dpa | Kay Herschelmann / Commerzbank

(Aktualisiert: Weitere Details und Stellungnahmen der Tarifparteien)

Die Tarifverhandlungen für die rund 140.000 Mitarbeiter in den privaten Banken Deutschlands sind am Freitag nach nur einer Stunde abgebrochen worden.

Die AGV Banken hat zwar ein Angebot vorgelegt, das von den Gewerkschaften aber als völlig unzureichend zurückgewiesen wurde.

Ein hochrangiger Verdi-Funktionär sagte FinanzBusiness, dass jetzt auf jeden Fall Streiks im Raum stehen.

Ob die Tarifverhandlungen wie ursprünglich geplant am 13. Oktober fortgesetzt werden, ist noch unklar, erfuhr FinanzBusiness aus Gewerkschaftskreisen. Die Arbeitgeberseite betonte ihrerseits, zu allen Themen gesprächsbereit zu sein.

Wir haben uns erheblich bewegt und sind den Arbeitnehmern in allen Punkten entgegengekommen: Beim mobilen Arbeiten, beim Nachwuchskräftevertrag, bei der betrieblichen Altersvorsorge. Und in diesem Paket auch beim Gehalt.

Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des AGV Banken

"Wir haben uns erheblich bewegt und sind den Arbeitnehmern in allen Punkten entgegengekommen: Beim mobilen Arbeiten, beim Nachwuchskräftevertrag, bei der betrieblichen Altersvorsorge. Und in diesem Paket auch beim Gehalt", schilderte Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des AGV Banken FinanzBusiness.

Gerade beim Thema Mobilarbeit hatten sich die Arbeitgeber zunächst gesperrt.

Arbeitgeberverband weist Tarifforderung als "unrealistisch" zurück

Das Angebot der Arbeitgeber umfasste deren Angaben zufolge eine Erhöhung der Gehälter um 3,2 Prozent in drei Stufen, bei einer dreijährigen Laufzeit.

Die Arbeitgeber haben uns heute für die nächsten drei Jahre in Summe mindestens fünf Prozent Verlust im Realeinkommen angeboten. Das ist nicht kritisch, das ist nur noch unverschämt. Wir wollen zu den für uns wichtigen Themen nicht wohlfeile Worthülsen, sondern inhaltlich vorankommen.

Stefan Wittmann, stellvertretender Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi

"Die Arbeitgeber haben uns heute für die nächsten drei Jahre in Summe mindestens fünf Prozent Verlust im Realeinkommen angeboten. Das ist nicht kritisch, das ist nur noch unverschämt. Wir wollen zu den für uns wichtigen Themen nicht wohlfeile Worthülsen, sondern inhaltlich vorankommen", sagte Stefan Wittmann, stellvertretender Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, FinanzBusiness.

Bei einer mittleren Inflationserwartung von zwei bis zweieinhalb Prozent ist der Reallohnverlust vorprogrammiert. Das ist schlicht inakzeptabel.

Jan Duscheck, Verdi-Verhandlungsführer

"Konkret hätten die privaten Arbeitgeber in der dritten Runde 1,2 Prozent ab April 2022, 1,0 Prozent ab April 2023 und ein Prozent ab April 2024 angeboten. Bei einer Laufzeit von 36 Monaten und neun Nullmonaten wäre das weniger als ein Prozent pro Jahr. Das ist ein unverschämtes Angebot", so Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck in einer Mitteilung."Bei einer mittleren Inflationserwartung von zwei bis zweieinhalb Prozent ist der Reallohnverlust vorprogrammiert. Das ist schlicht inakzeptabel", so Duscheck.

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