FinanzBusiness

Ermittler nehmen verdächtige Aktientransaktionen des Ex-Aufsichtsratschef von Wirecard unter die Lupe

Klaus Rehnig war bis 2008 Aufsichtsratschef von Wirecard. Nun interessieren sich Behörden für seine Aktiengeschäfte kurz vor der Insolvenz des Bezahldienstleisters.

Sitz der Wirecard AG in Aschheim | Foto: picture alliance / SvenSimon

Klaus Rehnig war lange Jahre Aufsichtsratschef von Wirecard, er kontrollierte das Unternehmen bis 2008. Als der Bezahldienstleister pleite ging, war er war längst nicht mehr aktiv. Laut eines Berichts des Handelsblatts wecken nun aber Aktiendeals, die Rehning kurz vor der Insolvenz getätigt hat, das Interesse der Behörden.

So soll der Ex-Aufsichtsratschef am 23. Juni 2020 den Verkauf von 303.040 Wirecard-Aktien im Wert von 5,6 Mio Euro aus dem Depot seiner Ehefrau veranlasst haben.

Verdachtsmeldung der Deutschen Bank

Im August 2020 leitete die Anti-Geldwäschebehörde Financial Intelligence Unit (FIU) dem bayrischen Landeskriminalamt eine Meldung der Deutschen Bank weiter, der dieser Verkauf "verdächtig“ vorkam. Laut dem Bericht stieß sich die Bank daran, dass Rehnig die Verkaufsorder nur zwei Tage vor Wirecards Insolvenzantrag gab, sie vermutete der ehemalige Aufsichtsratschef könne Insiderinformationen erhalten haben.

Zudem soll es laut dem Schreiben an das Landeskriminalamt weitere verdächtige Transaktionen geben: Rehnig oder seine Angehörigen haben demnach unter anderem im Vorfeld der Veröffentlichung eines Sonderprüfberichts von KPMG vom 28. April 2020 Aktien verkauft, als der Kurs noch bei 132 Euro lag. Danach fiel er auf unter 100 Euro.

Laut Handelsblatt ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München wegen der Geldwäsche-Verdachtsmeldung der Deutschen Bank vom 28. Juli 2020. Die Zeitung zitiert eine Sprecherin: "Wir ermitteln wie gewohnt ergebnisoffen in alle Richtungen und nehmen in diesem Zusammenhang auch Ermittlungsanregungen des Angezeigten auf."

Rehnig versucht derweil, seine eigenen Schäden aus der Wirecard-Pleite bei Markus Braun geltend zu machen. Über das Privatvermögen des Ex-Wirecard-CEO habe er für sich und seine Familie eine vorläufige Grundschuld auf Brauns Villa im südfranzösischen Ramatuelle eintragen lassen.

Mehr von FinanzBusiness

Vitamin bekommt Finanzspritze

Das Fintech Vitamin will Frauen einen persönlichen Weg zum Investieren aufzeigen. Für die Umsetzung ihrer Idee hat sich das Gründer-Team nun eine Finanzierung von 1,7 Mio. Euro gesichert.

Investmentplattform Wiwin holt Kapitalgeber an Bord

Die drei Business Angels Wilfried Gillrath, Jan Bohl und Thomas Adank bringen eine sechsstellige Summe in das nachhaltige Unternehmen ein und werden Mitglieder des neuen Beirats. Der bekommt zudem Verstärkung durch Professorin Julia Hartmann, die auf Nachhaltigkeitsthemen spezialisiert ist.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Trial banner

Neueste Nachrichten

Finanzjob