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Bausparkassen aus NRW und Niedersachsen peilen Fusion an

Die LBS Nord und die LBS West haben eine Absichtserklärung unterschrieben, mit der sie Fusionsgespräche einläuten. Der Vollzug könnte aber bis 2023 dauern.

Das Logo der LBS (Landesbausparkasse) hängt über dem Haupteingang der LBS West Zentrale in Münster. | Foto: picture alliance/dpa | Guido Kirchner

(Aktualisiert: Einschätzung von Professor Burghof)

 In der Bausparbranche steht die nächste Fusion an. Die Landesbausparkassen West und Nord teilten am Dienstag in Münster und Hannover mit, dass sie eine Fusion prüfen und dafür eine Absichtserklärung unterschrieben haben.

Bei der Immobilienvermittlung machen die Institute schon länger gemeinsame Sache: Ihre Töchter für dieses Geschäft legten sie 2013 zusammen. Die in NRW und Bremen tätige LBS West hat 549 Vollzeitstellen, die LBS Nord 425 - ihr Geschäftsgebiet ist Niedersachsen und Berlin.

Bausparbranche unter Druck

Die Bausparbranche ist wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank schon lange unter Druck. Kredite über einen Bausparvertrag abzurufen lohnt sich für viele Kunden kaum noch, weil sie auch ohne dieses Konstrukt gute Konditionen auf dem Markt bekommen. Separat zum Bausparvertrag vergeben die Kassen aber auch klassische Baufinanzierungen, die sehr gefragt sind.

Aus Sicht des Bankwirtschafts-Professors Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim ist die Fusion naheliegend. Ein größeres Institut könne hohe Regulierungskosten, die als Folge von EU-Regeln anfielen, besser schultern, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Burghof sieht die Bausparkassen in einer schwierigen Lage - solange die Zinsen nicht stiegen, werde die Nachfrage nach Bausparverträgen niedrig bleiben. Positiv für die Branche sei hingegen ihr Ruf als zuverlässiger Partner in der Baufinanzierung. "Wenn ein Bürger die größte Investition seines Lebens tätigt, dann geht es bei der Wahl des Finanzinstituts auch um Vertrauen und Verlässlichkeit." Hierbei könnten Bausparkassen beim Verbraucher punkten.

Die LBS Nord fusionierte 2001 mit der LBS Berlin. Die LBS West wiederum vergrößerte ihr Geschäftsgebiet 2014 durch eine Fusion mit der LBS Bremen. Der nun angepeilte Zusammenschluss ist noch nicht in trockenen Tüchern. Er könnte wohl erst im kommenden Jahr oder 2023 vollzogen werden.

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