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Banker fordern europäische Fusionen

Beim Handelsblatt Bankengipfel fordern zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr Tempo und auch politischen Willen zur Schaffung größerer europäischer Banken. Die Fusion der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit der Deka Bank indes kommt nicht voran. Vor Ort erfindet sich die Filiale neu.

Screenshot von der Veranstaltung | Foto: Verlagsgruppe Handelsblatt

Bereits zum Auftakt stimmt Deutsche Bank-Chef Christian Sewing die Teilnehmer am virtuell organisierten Branchengipfel am Mittwoch darauf ein, dass der europäische Finanzmarkt zu neuer Stärke zurückfinden müsse.

"In Europa haben wir viel dafür getan, Banken nicht mehr groß werden zu lassen", kritisiert Christian Sewing 

Ohne den Rückhalt von Regulatoren und Politik werde es aber nicht gehen, betonte Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Spielräume für eine Konsolidierung in der Branche auch in den jeweils eigenen Ländern.

Weimer warnt vor dem Verschwinden deutscher Banken

Mit Blick auf die ins Stocken geratenen Gespräche zum Zusammengehen von Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit der Deka Bank, hat Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), indes nichts Neues zu berichten. Das Zusammengehen wäre aus Schleweis Sicht ein erster Schritt hin zum angestrebten Zentralinstitut.

Helmut Schleweis macht sich Sorgen über das Vermögen der Kunden

Auch eine weitere Bank aus Deutschland pocht auf ihre Unabhängigkeit, machte Commerzbank-CEO Manfred Knof deutlich.

"Unsere Strategie ist die Grundlage für die Eigenständigkeit der Commerzbank"

Zu Wort kamen am Mittwoch zudem N26 CEO Valentin Stalf, der ungebremste Zuversicht verbreitete.

"Um die Profitabilität pro Kunde mache ich mir keine Sorgen", sagt Valentin Stalf

Kerstin af Jochnick, Mitglied des Aufsichtsgremiums der Europäischen Zentralbank, hob hervor, dass die Banken nach der Coronakrise deutlich besser aufgestellt seien als noch im Sog der Finanzkrise.

Kerstin af Jochnick: Banken sind Teil der Lösung statt des Problems

Die Digitalisierung der Branche kam mehrfach zur Sprache: Für Helmut Schleweis ist sie mittlerweile kein Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern Pflicht.

"Banken sind Diener der Realwirtschaft" (Korr.)

Ulrich Coenen, Vorstandssprecher bei Atruvia, sprach die Gefahr an, sich in der Digitalisierung zu verzetteln.

"Das Persönliche geht nicht weg, aber es wird zur Ausnahme"

Dass die Präsenz der Banken vor Ort indes weiter einen hohen Stellenwert für einen Großteil der Kundschaft hat, machten Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender Taunus Sparkasse, und Eva Wunsch-Weber, Vorstandsvorsitzende Frankfurter Volksbank, deutlich.

"Der Finanzpunkt ist der kleinste regionale Messeauftritt zweier Banken" 

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