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BaFin könnte Neugeschäft von N26 deckeln

Die Finanzaufsicht ist verstimmt darüber, dass die Neobank "gravierende Mängel in der Organisation sowie bei der Bekämpfung von Geldwäsche und anderen illegalen Geschäften" noch nicht behoben hat, berichtet das Handelsblatt.

Valentin Stalf, Co-Gründer und Co-CEO von N26 | Foto: picture alliance / HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com | HANS KLAUS TECHT

Dem strammen Wachstumskurs von N26 könnte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bald einen Riegel vorschieben. Die Regulierer erwägen eine Beschränkung des Neugeschäfts, berichtet das Handelsblatt online. Dabei beruft es sich auf mit dem Thema vertraute Personen.

Hintergrund sind offenbar "gravierende Mängel in der Organisation sowie bei der Bekämpfung von Geldwäsche und anderen illegalen Geschäften", die N26 nach wie vor nicht behoben habe.

Erst am Donnerstag hatte die Zeitung unter Berufung auf einen auf die Liste eines  Experten, der unter dem Pseudonym "Detektei Köhler" aktiv ist, berichtet, dass bei der Neobank zwischen Mai 2019 und Juli 2021 möglicherweise rund 1600 Konten eröffnet wurden, die im Internet für betrügerische Fakeshops oder Ebay-Konten verwendet wurden.

Deutlicher Anstieg von Fake-Konten bei N26

Ebenfalls im August schrieb das Handelsblatt unter Berufung auf Daten der beim Zoll angesiedelten, Financial Investigation Unit (FIU), dass N26 erneut im Verdacht steht von Kriminellen in Zusammenhang mit Geldwäsche benutzt worden zu sein.

Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche bei N26 häufen sich

Die BaFin könnte die Neuaufnahme von Kunden beschränken als auch die Expansion in weitere Märkte in Frage stellen. Auch könnte der Regulierer fordern, dass das Foto-Ident-Verfahren, das in einigen N26-Märkten zulässig ist und von dem Institut genutzt wird, weiter verbessert wird, schreibt die Zeitung.

Sollte die BaFin entsprechende Schritte gegen N26 anordnen, käme das für die Neobank zur Unzeit. Denn zur Zeit laufen Verhandlungen über eine Finanzierungsrunde, nach deren Abschluss das Berliner Fintech mit 8 bis 11 Mrd. Dollar bewertet werden könnte.

N26 steht wohl vor neuer Finanzierungsrunde

Die N26 Bank GmbH ist seit einiger Zeit im Fokus der Aufseher. So hat die BaFin sie bereits im Mai aufgefordert, angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten", um der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nachzukommen. Für die Überwachung der Abarbeitung der Anordnung und der Behebung weiterer festgestellter Mängel werde zudem ein Sonderbeauftragter bestellt, teilte die BaFin im Frühjahr mit.

BaFin rügt N26 wegen Mängeln bei Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Bereits 2019 hatte die BaFin nach einer Sonderprüfung bei der N26 Bank gravierende Mängel festgestellt und das Institut ermahnt, diese zeitnah abzustellen. Diesen Forderungen ist das Institut aus Sicht der Finanzaufsicht bisher jedoch nicht ausreichend nachgekommen, schreibt das Handelsblatt unter Berufung auf mehrere Insider.

N26 wächst stark. Im Januar hatte die Neo-Bank die Zahl ihrer Kunden mit mehr als sieben Millionen und das monatliche Transaktionsvolumen mit 5,5 Mrd. Euro beziffert. Somit ist die Kundenzahl binnen zwölf Monaten um rund zwei Millionen gestiegen.

N26 verbrennt 2020 abermals dreistelligen Millionenbetrag 

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