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Tarifvertrag für Nachwuchskräfte in öffentlichen Banken ist in trockenen Tüchern

Gewerkschaften und Arbeitgeber legen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und einigen sich bei der Übernahme der Auszubildenden. Das Streitthema mobile Endgeräte wurde aber vertagt.

Auszubildende (Symbolbild) | Foto: picture alliance / PantherMedia | Fabrice Michaudeau

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) und die Gewerkschaften Verdi und DBV haben sich auf einen Nachwuchskräftetarifvertrag geeinigt. Dies teilte der VÖB am Mittwoch mit.

Die Vereinbarung, die rückwirkend zum 1. August in Kraft tritt, lege einen klaren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. So haben Nachwuchskräfte zukünftig einen festen Anspruch auf Weiterbildung zu diesem zentralen Zukunftsthema, heißt es in der VÖB-Mitteilung.

Übernahmegarantie für 60 Prozent der Azubis

Auch bei der Übernahme von Nachwuchskräften haben die Tarifpartner eine Einigung erzielt. So wird 60 Prozent der Nachwuchskräfte, die die Ausbildung mit "gut" oder besser abgeschlossen haben, in unmittelbarem Anschluss an die Ausbildung ein Angebot zur Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis unterbreitet, heißt es seitens des VÖB. Weiteren 20 Prozent werde unter denselben Voraussetzungen ein auf zwölf Monate befristeter Arbeitsvertrag angeboten.

Der Nachwuchskräftetarifvertrag schließt neben Auszubildenden auch dual Studierende mit ein. Letztere erhalten nach der Vereinbarung neben ihrer Vergütung eine monatliche Studienzulage von 200 Euro.

Streitpunkt mobile Endgeräte ausgeklammert

Ausgeklammert wurde indes die Ausstattung der Nachwuchskräfte mit einem mobilen Endgerät. Gegen diese zentrale Forderung der Gewerkschaft Verdi hat sich die Arbeitgeberseite lange gesträubt. Letztlich hat der Knackpunkt auch die Verhandlungen über den Nachwuchskräftetarifvertrag in die Länge gezogen.

Beim Nachwuchskräftetarifvertrag hakt es noch

Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich nach Darstellung des VÖB darauf geeinigt, den Streitpunkt bis zum 30. Juni 2022 zu regeln. Dabei solle die weitere Entwicklung der Digitalisierung unter Beachtung der aufsichtsrechtlichen Regulierung und der IT-Governance der Institute Berücksichtigung finden, so der VÖB.

Der Nachwuchskräftetarifvertrag bezieht sich auf Auszubildende und dual Studierende in öffentlichen Banken. Dazu zählen sämtliche Landesbanken, Förderbanken, wie etwa die KfW, aber auch einige Sparkassen, wie die Haspa. Die Hamburger Sparkasse, nach Bilanzsumme die größte in Deutschland, hatte jüngst alle ihre Mitarbeiter, auch die Auszubildenden, mit einem iPad ausgestattet.

Jeder Haspa-Mitarbeiter bekommt ein iPad

Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten bereits 2019 vereinbart, einen Nachwuchskräftetarifvertrag zu verhandeln. Mittlerweile läuft die nächste Tarifrunde für die rund 60.000 Beschäftigten in den 44 VÖB-Mitgliedsinstituten. Erstmals losgelöst verhandeln die Gewerkschaften auch mit den Arbeitgebern der Privatbanken. Hier geht es um rund 140.000 Mitarbeiter. Hier steht die zweite Verhandlungsrunde in der nächsten Woche an.

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