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Deutsche Finanzinstitute müssen höhere Bankenabgabe zahlen

Der von der EU-Bankenabwicklungsbehörde SRB verwaltete Fonds hat mittlerweile einen Umfang von 52 Milliarden Euro. Das angestrebte Zielvolumen beläuft sich nach SRB-Angaben auf 70 bis 75 Milliarden Euro.

Foto: Single Resolution Board (SRB)

Deutsche Banken müssen erneut mehr Gelder in den europäischen Topf zur Abwicklung maroder Finanzhäuser einzahlen. Für das Jahr 2021 sei eine Bankenabgabe von insgesamt 2,49 Mrd. Euro erhoben worden, teilte die Finanzaufsicht BaFin am Freitag mit.

2020 waren es noch 2,23 Mrd. Euro gewesen. Die Bankenabgabe richtet sich nach der Höhe der Einlagen, die in der Corona-Pandemie kräftig gestiegen sind. Die Geldhäuser hatten sich dafür stark gemacht, sie künftig nicht mehr an die Höhe der Einlagen zu koppeln, waren dabei aber auf taube Ohren gestoßen. Die Aufseher waren den Instituten allerdings in vielen anderen Bereichen während der Corona-Krise entgegen gekommen.

Elke König, Leiterin des Einheitlichen Europäischen Abwicklungsausschusses (SRB) hatte im Frühjahr bereits eine entsprechende Anhebung in Aussicht gestellt.

Bankenabgabe für den Abwicklungsfonds könnte steigen

1375 Banken zahlen Abgabe

Insgesamt zahlten 1375 Geldhäuser in Deutschland die Abgabe. Sie fließt seit 2015 in einen europäischen Fonds ein, der von der EU-Bankenabwicklungsbehörde SRB in Brüssel verwaltet wird. Dieser hat mittlerweile einen Umfang von 52 Mrd. Euro.

Ein Prozent der gedeckten Einlagen der Banken

Der Fonds soll bis Ende 2023 ein Zielvolumen von einem Prozent der gedeckten Einlagen der Banken in den Mitgliedsstaaten erreichen. Inzwischen wären das nach Angaben des SRB zwischen 70 und 75 Mrd. Euro. Als der Fonds ins Leben gerufen wurde, war noch von einer Summe von 55 Milliarden Euro die Rede - doch die Einlagen der europäischen Banken sind seitdem gestiegen.

Hauptanteil entfällt auf Deutsche Bank und Commerzbank

Von der Gesamtsumme der Bankenabgabe 2021 in Deutschland entfiel wie schon in der Vergangenheit der Hauptanteil mit 1,41 Mrd. Euro auf Groß- und Regionalbanken wie die Deutsche Bank und die Commerzbank. 473 Mio. Euro steuerten Landesbanken und Spitzeninstitute des Sparkassen- und Genossenschaftssektors bei. Von den Sparkassen kamen 273 Mio. Euro.

Zusätzlich zu den Beiträgen für den SRF hat die BaFin noch rund 26,8 Mio.Euro von 75 inländischen Unionszweigstellen und CRR-Wertpapierfirmen (CRR = Capital Requirements Regulation – Kapitaladäquanzverordnung) erhoben, die unter Einzelaufsicht der BaFin stehen. Diese Mittel verwaltet die BaFin, teilte die Behörde weiter mit.

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