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Deloitte rät EZB zur Verbesserung von Target-Zahlungsverkehrssystem

Insgesamt sechs übergreifende Problemfelder machten die Berater aus, wie in dem öffentlich zugänglichen Untersuchungsbericht deutlich wird.

Eingang der EZB in Frankfurt. | Foto: picture alliance / greatif | Florian Gaul

Nach den zeitweiligen Ausfällen beim wichtigen Zahlungsverkehrssystem Target der Europäischen Zentralbank (EZB) hat das Beratungsunternehmen Deloitte mehrere Schwachstellen aufgedeckt.

In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Untersuchungsbericht zu den Vorfällen empfahl Deloitte nachdrücklich, die organisatorischen Strukturen und Leitungsstrukturen für das System zu verbessern.

Interne Kontrolle verbessern

Insgesamt sechs übergreifende Problemfelder machten die Berater aus - darunter das Krisenmanagement, die interne Kontrolle und die Umsetzung von Veränderungen.

Die EZB erklärte zu dem Bericht, sie akzeptiere die Schlussfolgerungen und Empfehlungen aus dem Report und werde sie umsetzen - manche seien auch bereits umgesetzt worden. So habe das Eurosystem 2020 beschlossen, eine umfassendere zweite Verteidigungslinie für alle Target-Dienste einzurichten, die bereits teilweise umgesetzt wurde und bis Ende 2021 "voll funktionsfähig" sein wird.

Die Währungshüter hatten Ende 2020 eine unabhängige Untersuchung eingeleitet, nachdem es im dem Jahr insgesamt zu fünf Störfällen gekommen war. Am 23. Oktober war das Zahlungsverkehrssystem sogar für mehrere Stunden komplett ausfallen. Überweisungen kamen daraufhin nicht an und mussten nachgebucht werden. Erste Untersuchungen hatten auf einen Software-Defekt in einem Netzwerkgerät hingewiesen.

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Der Schaden blieb damals auch deshalb begrenzt, weil der Vorfall sich an einem Freitag ereignete und über das Wochenende aufgearbeitet werden konnte. Der Ausfall des Systems hatte in Berlin hohe Wellen geschlagen. So hatte der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler im Rahmen einer Kleinen Anfrage Auskunft von der Bundesregierung zu dem Störfall verlangt.

In ihrer Antwort hatte Finanzstaatssekretärin Sarah Ryglewski im Februar unter anderem geschrieben: "Bei einem mehrtägigen Ausfall des Target2-Systems könnte eine Beeinträchtigung der Finanzstabilität nicht ausgeschlossen werden." Eine FinanzBusiness-Umfrage hatte damals allerdings ergeben, dass Kunden der befragten deutschen Institute den Vorfall kaum zu spüren bekommen hatten.

Deutschlands größte Institute bemerkten Target2-Ausfall kaum 

In der Euro-Zone wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr über das Verrechnungssystem Target2 abgewickelt. Es ist das zentrale Rückgrat des Zahlungsverkehrs im Euro-Raum und wird von der EZB zusammen mit nationalen Notenbanken der Euro-Länder betrieben. 2020 wurden auf dem System im Schnitt jeden Tag 345.000 Zahlungen im Wert von 1,8 Billionen Euro abgewickelt.

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