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"Wir sind wirklich gut ins Jahr gestartet", sagt Helaba-Chef Thomas Groß

Die Bank werde ihre Ziele 2021 "spürbar" übertreffen. Allerdings müsse die Bank die Kosten wegen der "erheblich gestiegenen Bankenabgabe" noch stärker in den Blick nehmen, so der Vorstandschef im Interview mit Reuters.

Thomas Groß, Vorsitzender des Vorstandes der Helaba. | Foto: picture alliance/dpa/Helaba | Helaba

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wird nach Zuwächsen im ersten Halbjahr zuversichtlicher. "Wir sind wirklich gut ins Jahr gestartet", sagte Vorstandschef Thomas Groß am Donnerstag. "Wir sehen auch im ersten Halbjahr ein erneut sehr erfreuliches Wachstum der Provisionserträge".

Wir sehen auch im ersten Halbjahr ein erneut sehr erfreuliches Wachstum der Provisionserträge.

Thomas Groß, Vorsitzender des Vorstandes der Helaba

Die Bank werde daher ihre Ziele 2021 "spürbar" übertreffen. Im März hatte die Helaba für dieses Jahr einen Konzerngewinn vor Steuern auf dem Vorjahresniveau von 223 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Details will Groß erst bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 12. August nennen.

Helaba wappnet sich für schlechtere Zeiten

Die Auswirkungen der Corona-Krise und die niedrigen Zinsen gehen jedoch auch an der Helaba nicht spurlos vorbei. "Wir haben unsere Risikovorsorge auch im ersten Halbjahr weiter aufgestockt", sagte Groß. Zwar habe die Bank auch weiterhin kaum nennenswerte Kreditausfälle zu verzeichnen, doch sei sie traditionell vorsichtig.

Wir haben unsere Risikovorsorge auch im ersten Halbjahr weiter aufgestockt.

Thomas Groß, Vorsitzender des Vorstandes der Helaba

"Wir gehen schon davon aus, dass das ein oder andere Risiko schlagend werden könnte", sagte Groß. Viele Institute haben angesichts der Entspannung der Corona-Krise und der anziehenden Konjunktur ihre Vorsorgen für faule Kredite dagegen erheblich reduziert.

Verschärfung des Stellenabbaus nicht geplant

Die Kosten habe die Helaba durch ihr Sparprogramm, dem 400 Stellen bis 2023 zum Opfer fallen, in den Griff bekommen. Allerdings werde das Institut wegen der "erheblich gestiegenen Bankenabgabe" die Kosten noch stärker in den Blick nehmen müssen. Eine Verschärfung des Stellenabbaus sei aber weder geplant noch notwendig, betonte Groß. Aber die Bank könne etwa bei Beraterkosten mehr sparen.

500 Mio. Euro Ziel beim Provisionsergebnis

Der 55-Jährige Groß steht seit Juni 2020 an der Spitze der Helaba und will in Zeiten von Dauer-Niedrigzinsen ihre Abhängigkeit von den Zinsergebnissen reduzieren. Das Provisionsergebnis soll mittelfristig auf mindestens 500 Mio. Euro steigen von 435 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Auch das Konzernergebnis vor Steuern soll mittelfristig auf mindestens 500 Mio. Euro wachsen.

Geschäft mit Sparkassen

Zudem will Groß das Geschäft mit den Sparkassen ausbauen. Die Bank wolle jährlich 500 Mio. Euro Nutzen für ihre Sparkassen generieren und sich daran auch messen lassen. Die Helaba ist die Sparkassenzentralbank nicht nur in Hessen und Thüringen, sondern auch in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. 

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