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Commerzbank erwartet bald Urteil zu Krediten in Polen

Unsicherheit über die Folgen für die Tochter M-Bank lastet auch auf der Jahresprognose des deutschen Großinstituts.

Die M-Bank in Warschau. | Foto: picture alliance / NurPhoto | Maciej Luczniewski

Die Commerzbank erhofft sich bis zum Herbst Klarheit über die Belastungen durch Schweizer-Franken-Kredite in Polen. Für August oder September sei mit einem wichtigen Gerichtsurteil zu rechnen, sagte Finanzchefin Bettina Orlopp am Donnerstag bei einer Branchenkonferenz. Auf den Tisch kommen könnte Insidern zufolge dann auch wieder ein Verkauf der Tochter M-Bank, bei der das Franken-Portfolio liegt.

Bisher gefällte Urteile deuteten darauf hin, dass es für die Commerzbank vergleichsweise glimpflich ausgehen könne, sagte Orlopp. Banker in Polen seien mittlerweile zuversichtlicher als vor ein paar Wochen. Das Oberste Gericht will klären, ob und in welcher Höhe Banken das Wechselkursrisiko bei Franken-Krediten tragen müssen. Die Commerzbank hat bislang Rückstellungen von 300 Mio. Euro dafür gebildet. Insidern zufolge könnte der mBank im Extremfall ein Schaden von bis zu einer Milliarde Euro drohen. Diese Zahl wollte die Commerzbank nicht kommentieren.

Niedrigere Zinsen in der Schweiz

Tausende polnische Kreditnehmer hatten vor vielen Jahren Hypotheken in Franken aufgenommen, um von niedrigeren Zinsen in der Schweiz zu profitieren. Doch der Franken gewann im Vergleich zum Zloty an Wert, die Kosten für die Kunden stiegen. Tausende Polen klagen nun, um aus den teuren Krediten herauszukommen.

Wenn Klarheit über die Schäden herrsche, könnte erneut ein Verkaufsprozess für die M-Bank gestartet werden, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen zu Reuters. Potenzielle Bieter und deren Berater stünden in den Startlöchern. Kurzfristig sei aber nichts geplant. In der letzten Aufsichtsratssitzung seien die Optionen für die M-Bank grundsätzlich erörtert worden, sagte ein Insider. Das Thema schwele weiter.

M-Bank wichtiger Bestandteil der Strategie

Ein Sprecher der Commerzbank erklärte, die M-Bank sei ein wichtiger Bestandteil der Strategie. "Wir erwarten, dass sie auch künftig mit steigenden Erträgen zum Erfolg des Konzerns beiträgt." Die Commerzbank hatte 2020 schon einmal versucht, ihre knapp 70-prozentige Beteiligung an der M-Bank zu verkaufen, hatte aber keinen Käufer gefunden und den Prozess eingestellt.

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